Frachtschiffreisen im Mittelmeer

Frachtschiffreisen Mittelmeer. Deutsche Reeder, Ausländische Reeder und Reisebüros für Frachtschiffreisen

Frachtschiffreisen im Mittelmeer
Frachtschiffreisen im Mittelmeer. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

Updated: 15.08.2011, 9:39. Text/Foto: Hans Diego Rose.

Die Buchungen für Frachtschiffreisen steigen. Ein Grund ist die Möglichkeit über das Internet schnell und einfach zu buchen. Das Potential ist riesig. Es wird geschätzt, dass Kreuzfahrten einen Anteil von 1 % am Reisemarkt ausmachen. Der Anteil der Frachtschiffreisen ist auf dem Gesamtmarkt entsprechend gering. Die Alternative Frachtschiffreisen ist damit ein erfolgreiches Nischenprodukt innerhalb des Nischenproduktes Kreuzfahrt. Beim Komfort an Bord muss jedoch bei der Frachtschiffreise Abstriche gemacht werden. Ein Frachtschiff verhält sich zu einem Kreuzfahrtschiff in etwa wie ein Reisebus zu einem Lastkraftwagen.

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Eine Kreuzfahrt über die Meere ist eine schöne Art die Welt zu entdecken. Bei einer Frachtschiffreise kommt das Leben der Seeleute hinzu.

Preise und Kabinen
Die Preise orientieren sich an der Länge der Fahrt und am Komfort der Kammer (Kabine). Der Unterschied zwischen einer Kammer für den Eigner, Lotse oder Supercargo liegt teilweise nur in der Lage im Aufbaudeck. Wer unter Deck schläft merkt den Seegang weniger und befindet sich natürlich wesentlich näher der Wasserlinie. Billig sind Frachtschiffreisen nur für die Mannschaft - die müssen dafür aber auch arbeiten. Als Passagier muss man mit einem Preis pro Person/Tag: 80,- € rechnen. Eine Doppel- als Einzelkabine pro Tag etwa 110,- €.. Die Rundreise durch Häfen und Länder ist damit nicht gerade billig - aber doch billiger als eine Kreuzfahrt. Bei der Kabine kann der Ausblick nach vorne durch Container verstellt, aber zur Seite frei sein.

Lassen Sie sich Festpreise geben. Damit wird es für Sie auch dann nicht teurer, wenn das Schiff von der Reisedauer oder Route abweicht. Erkundigen Sie sich nach zusätzlichen Gebüren (z.B. Einschiffungsgebühr). Auf dem Schiff gilt, dass alles was Extra ist, bezahlt werden muss. Zum Beispiel ist die Bordverpflegung frei, die Schokolade dannach jedoch nicht. Günstig können reduzierte Last Minute-Angebote sein.

Weitere Kosten entstehen Ihnen bei der Fahrt vom Schiff in die Innenstadt.
In der Regel werden sie von der Anlegestelle des Schiffes mit dem Taxi in die Innenstadt fahren. Damit Sie dabei keine überhöhte Preise zahlen, sollten Sie sich vorab beim Kapitän/Offizier oder beim Pförtner informieren. Sollte das Schiff außerhalb des Hafens be- und entladen werden, müssen Sie (wenn verfügbar) ein Wassertaxi nehmen.

Neben möglichst vielen Zielhäfen sollte auf eine lange Liegezeit geachtet werden. Ideal ist, wenn neben Container auch Bulkladung transportiert wird. Damit werden die Liegezeiten in den Häfen länger.

Ein Steward ist kein Zimmermädchen
Über den Kabinenservice informiert Sie der Anbieter der Reise. In der Regel existiert jedoch nur ein eingeschränkter Kabinenservice. D.h. die Kabine wird u.u. einmal die Woche gereinigt (bzw. die Betten gemacht). Wenn sich auf dem Schiff ein Steward befindet - nicht jedes Schiff besitz einen Steward manchmal sind es aber auch auch zwei Stewards - ist dieser häufig auch für andere Bereiche zuständig. In jedem Fall ist der Steward die richtige Ansprechperson für Sie, sollten Sie etwas benötigen.

Schiffsdetails & Schiffsausrüstung vieler Frachtschiffe
Die Bordspannung liegt zumeist bei 220V. Die Schiffsausrüstung bietet in vielen Fällen eine Klimaanlage, Tischtennis, Außenpool, Video / TV. Als Bordwährung ist der EUR + US$ Standart. Eine Altersbegrenzung gibt es bei gesunden Passagieren eigentlich nicht.

Thema Sicherheit im Hafen und auf dem Schiff
Manche Terminals verfügen über einen kostenlosen Busservice (Shuttlebus) der Sie vom Hafentor (Pförtner) zum Schiff bringt. Das Betreten der Verladezone (Gebiet zwischen Schiff und Pförtner in denen die Container-Transportfahrzeuge fahren) ist in der Regel aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Sie sind damit auf den (in der Regel) kostenlosen Busservice (Shuttlebus) angewiesen. Allerdings hängt das auch von der Größe des Hafens ab. Lassen Sie sich vom Kapitän oder einem Offizier ein Dokument ausstellen, damit Sie wieder durch den Hafen auf das Schiff dürfen. Gehen Sie doch zu Fuß durch den Hafen, sollten Sie die markierten Wege nicht verlassen und allen Fahrzeugen rechtzeitig aus dem Weg gehen. Auf dem Schiff müssen Sie den Anweisungen des Kapitän/Offizier folgen. Die Sicherheit des Schiffes und seiner Mannschaft steht immer an erster Stelle.

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Als Deutscher mag es beruhigend sein auf einem Containerschiff mit der deutschen Flagge zu fahren, auf dem der Kapitän die deutsche Nationalität besitzt und das Schiff einer deutschen Reederei gehört. Fragen Sie auch nach dem Baujahr des Schiffes. Bei älteren Schiffen muss mit entsprechen altersbedingten Abnutzungserscheinungen gerechnet werden. Bei Fahrten in ferne Ländern ist eine Schutzimpfung erforderlich. Fragen sie vor Ihrer Abreise Ihren Arzt. Vergessen Sie ihre Reisepapiere wie den Reisepass nicht. Diese sollte zum Zeitpunkt des Landgangs mindestens 6 besser 12 Monate gültig sein. Gesprochen wird auf den Schiffen zumeist Englisch.

Mit der Mannschaft kommen Sie schnell in Kontakt. Wenn Sie die Türe zu Ihrer Kabine offen lassen, weiß die Mannschaft, dass Sie gegen einen Snack nichts einzuwenden haben.

Möchten Sie die Kommandobrücke betreten, sollten sie den Kapitän oder den Diensthabenden freundlich um Erlaubnis fragen. Auf hoher See und bei langen Seefahrten ist das in der Regel kein Problem - im Gegenteil. Die Kommandobrücke ist jedoch keine Spielwiese.

Besonderheiten einer Frachtschiffreise

  • Die Ablegen und Anlegen eines Frachtschiffes kann sich verzögern oder vorgezogen werden. Wichtig ist es daher, sich beim Anbieter auf dem Laufenden zu halten und erst dann die Hinfahrt anzutreten, wenn es sicher ist, dass das Schiff auch zum vorgegebenen Termin im Hafen liegt und Sie Einschiffen können. Wichtig ist, dass Sie Ihre Telefonnummer beim Anbieter oder beim Kapitän hinterlegen. Damit kann er Sie über Ankunft und Liegeplatz des Schiffes informieren. Sind Sie nicht rechtzeitig an Deck, kann der Kapitän unmöglich auf Sie warten.
  • Am Hafen wird es auf dem Deck wild zugehen. Um den Lade- und Löschbetrieb nicht zu stören, sollten Sie sich gleich zur Ihrer Kammer (Kabine) führen lassen. Fragen Sie dazu beim Gangwaywächter nach einer freien Person, die Sie begleiten kann. Die Schiffsbesichtigung sollten Sie am besten nach dem Ablegen beginnen. Dann wird es auf dem Schiff merklich ruhiger.
  • Ein Frachtschiff ist kein Luxusliner. Mit Ruß und Lärm muss gerechnet werden. In der Regel ist das aber kein Problem.
  • Geklaut wird an Bord in der Regel nicht. Anders ist das im Hafen. Hier sollten Sie Ihre Kabine und das Fenster immer abschließen weil trotz Kontrolle immer wieder Unbefugte den Zugang zum Schiff erschleichen. Größer ist jedoch die Gefahr eines Diebstahls in den Straßen der Hafenstädte fremder Länder.
  • Lärm sollten Sie auf Ihrer Kabine und in den Gängen vermeiden. Auf dem Schiff wird rund um die Uhr gearbeitet und geschlafen.
  • Mahlzeiten gibt es in der Offiziersmesse. Erkundigen Sie sich nach den Zeiten und nach der Lage der Offiziersmesse. Gegen 7 Uhr gibt es Frühstück, gegen 10 Uhr Teatime, gegen 12 Uhr Mittagessen, am Nachmittag Kaffee und gegen 18 Uhr Abendessen. Gegessen wird was auf dem Tisch kommt. Da jedoch das Essen auf jedem Schiff eine wichtige Rolle für die Stimmung der Mannschaft spielt, ist die Kost in der Regel recht gut.
  • Der Kapitän ist der wichtigste Mann auf dem Schiff. Ist er ein netter Kerl ist die Stimmung locker und angenehm. Wenn nicht ...
  • Unterhaltung auf dem Schiff. Nehmen Sie sich einen tragbaren PC und Filme mit. Bücher und ein Wellenradio ist auch OK. Ganz wichtig (!!!) Fernglas mitnehmen.
  • Gesundheit und Seekrankheit. Ersteres sollten Sie beim Arzt untersuchen lassen letzteres geht häufig wieder vorbei.
  • Seegang kann immer vorkommen. Sie sollten alles so hinlegen das nicht herunterfallen kann. Stuhl und Tür sollten beim Verlassen der Kabine festgehakt werden.
  • Die Kleidung ist je nach Region die man durchquert anzupassen. Rutschfeste Schuhe und wasserdichte warme Kleidung ist neben normaler Tageskleidung OK. Gehen Sie nicht mit der Badehose auf die Offiziersmesse oder in den Offiziersaufenthaltsraum. Wie der Kapitän, haben auch Sie als Gast, für die Mannschaft, eine gewisse Vorbildfunktion. Übrigens besitzen die meisten Schiffe über zwei Aufenthaltsräume. Einen für die Matrosen und einen für die Offiziere und Passagiere. Auch sonst existiert an Bord eine strikte räumliche Trennung zwischen „einfachen“ Matrosen und Offizieren (bzw. Gast).
  • Geld sollte ausreichend und in kleineren Scheinen mitgenommen werden. An Bord wird mit Bargeld der entsprechenden Bordwährung bezahlt. Wenn Sie an Land gehen befinden sich die Banken in der Regel erst im Zentrum einer Stadt. Mit Plastikkarten kommen Sie also weder auf dem Schiff noch an Land nicht weit. Achten Sie bei Ihrem Landgang auf die jeweils erlaubte Devisenmenge.

Was sonst wichtig ist
Damit es beim Zoll keine Probleme gibt sollten Sie am besten für Ihre Geräte die Kaufquittung mitnehmen. Zudem sollten Sie sich beim Zoll eine Bestätigung (Zolldeklaration) geben zu lassen. Bestimmte Sachen müssen in eine Zollliste eingetragen werden damit der Zoll nicht unangenehm wird.

Wichtig ist die Deviationsversicherung. Eine Versicherung die dann zum Tragen kommt, wenn das Schiff wegen Ihnen den Kurs ändern muss und damit (natürlich) ziemlich hohe Unkosten entstehen. In den meisten Fällen eine Notwendigkeit ist eine Impfung gegen Gelbfieber. Impfausweis und Reisepass wird beim Maat abgegeben und aufbewahrt. Der Maat benötigt diese für die Zollangelegenheiten.

Denken Sie an die Devisenbestimmungen der Länder. Besitzt der Reisepass eine ausreichend lange Gültigkeit? Geimpft? Reiseführer? Medikamente? Reservebrille? Sonnencreme? Mütze? Geld? Kreditkarten? Schreibutensilien? Badesachen? Wecker? Etwas Proviant? Fernglas? Die Liste kann natürlich nicht abschließend sein.

Frachtschiffreisen im Mittelmeer
1982 mit dem Öltanker zwischen Orient und Okzident. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

Frachtschiffreisen im Mittelmeer
1982 Istanbul, eine der aufregendsten Städte der Welt. Nur drei Flugstunden von Deutschland entfernt. Moscheen, Kirchen, Paläste, Museen und bunte Basare. Istanbul - eine pulsierende Metropole. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

Zwischen 1982 bis 2017 hat sich vieles geändert. Neue Technik, größere Schiffe, kürzere Intervalle für Be- und Entladung, weniger Mannschaft. Neu ist das Internet. Musste man früher die Reederei anrufen um sich zu erkundigen, ob ein Schiff nach Südamerika fuhr, kann dies heute schnell über das Internet erledigt werden. Eine Adresse für Frachtschiffreisen ist die Seite www.zylmann.de. Das Unternehmen bietet Frachtschiff-Touristik für Europa und Weltweit an.

 
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