Santiago de Compostela **

Santiago de Compostela. Pilgerziel und Wallfahrtsort in Spanien. Klima und beste Reisezeit zur heiligen Städte der Jakobspilger

Santiago de Compostela
Santiago de Compostela. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

Updated: 30.04.2014, 9:39. Text/Foto: Hans Diego Rose.

Santiago de Compostela gehört mit Rom und Jerusalem zu den heiligen Städten des Christentums. Als im Jahr 813 die angebliche Grabstätte des Apostels Jakobus durch den Eremiten Pelayo gefunden wurde, begann der schnelle Aufstieg der Stadt als europäischer Wallfahrtsort der Jakobspilger. Santiago de Compostela ist Erzbischofsitz und Hauptstadt Galiciens. 1985 wurde Santiago durch die UNESCO zum Weltkulturerbe - 1987 wird der Camino de Santiago (Jakobsweg) erster europäischer Kulturweg.

Autonome Region: Galicien
Provinz: A Coruña
Einwohnerzahl: 95.000
Höhe: 260 m ü.d.M.
Sprache: Castellano (Spanisch), Galego (Galicisch)

Persönlicher Eindruck
Die historische Altstadt von Santiago de Compostela beeindruckt. Das harte Licht und der dunkle, scharfe Schatten auf den aus Granit gebauten Häusern hinterlässt einen strengen, fast religiösen Eindruck.

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Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist die Kathedrale mit dem Reliquienschrein des Apostels Jakobus (einer der zwölf Aposteln Jesu Christi). Die Kathedrale wurde über der Grabstätte des Apostels errichtet und dient als Grabeskirche. Besichtigen sollte man eine der Weihrauchmessen. Das Ereignis findet jedoch nur zu besonderen liturgischen Anlässen statt. Der enorme Weihrauchkessel fliegt dann an einem Seil hängend, durch die Tiraboleiros in Schwingung gebracht, durch die Kathedrale.

Heiliges Jahr (Año Santo) Santiago de Compostela - Das "Heilige Jahr" wird ausgerufen, sobald der Todestag des Heiligen (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Das nächste Heilige Jahr wird wieder 2021 und 2027 stattfinden. Begonnen wird das Heilige Jahr am 31. Dezember des Vorjahres mit der Öffnung der Heiligen Pforte (Puerta Santa).

Kritik am Jakobus und spanischer Kirche - Beweise über das Wirken oder ein Grab des Heiligen in Santiago des Compostela existieren nicht. Bei dem Grabfund handelt es sich wohl um ein frühchristliches römisches Grab. Typisch für die Anpassung des Heiligen an den Zeitgeist ist die Rolle des Heiligen Jakobus als aktiver Maurentöter (Matamoros) und Indianertöter (Mataindios). Genauso kritisch sind die Geldgeschenke an den Papst und die Intrigen, damit Santiago de Compostela überhaupt zu dem wurde, was es heute ist. Negativ auch die Haltung der spanischen Kirche zum Diktator Franco. Dieser erklärte 1937 das Heilige Jahr zum spanischen Nationalfeiertag und das damit verbundene "Gnadentum" als "Diktator von Gottes Gnaden" ("Caudillo de España por Gracia de Dios"). Eindeutig Martin Luther, nach ihm gäbe es keinen Grund, das Grab für echt zu halten.

Fotogalerie: Santiago de Compostela

Bildimpressionen und Reiseeindrücke.

Santiago de Compostela
Kathedrale von Santiago de Compostela doppelte Freitreppe (1606).
Santiago de Compostela. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

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Kathedrale von Santiago de Compostela mit romanischen Torbögen.
Santiago de Compostela. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

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Altstadt von Santiago de Compostela.
Santiago de Compostela. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

Santiago de Compostela
Häuser in Santiago de Compostela.
Santiago de Compostela. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

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Kathedrale von Santiago de Compostela.
Santiago de Compostela. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

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Sehenswertes: Santiago de Compostela

a.) Hauptsehenswürdigkeit

  • Kathedrale und Plaza del Obradorio - Kathedrale und Platz vor der Kathedrale. Die dreischiffige Kathedrale wurde 1060 - 1211 an der Stelle einer Basilika aus dem 9. Jh. errichtet. Diese war von den Mauren 997 zerstört worden. Die Reliquien wurden vom maurischen Herrscher Almansur dagegen nicht angetastet. Alfons VI. leitete den Neubau hin zu einer Kathedale, die ständig um weitere Elemente erweitert wurde. Die entscheidende bauliche Veränderung erfolgte im 16. und 17. Jh. mit dem Bau der barocken Westfassade. Der Innenraum blieb in seiner frühromanischen Form erhalten. Der Grundriss der Kathedrale ist die eines lateinischen Kreuzes, die Fläche ca. 8.300 m². Baustil: Romanik, Gotik, Barock, Platereskenstil, Neoklassizismus. Sehenswürdigkeiten: Barockfassade 'Obradoiro' von Fernando de Casa y Novoa. Pórtico de la Gloria (Portikus der Herrlichkeit) von Mateo. Durch dieses romanische Portal mit Skulpturenschmuck tritt man in die Kathedrale. Der mittlere Bogen ist er einzige Bogen der über einen Tympanon verfügt. In der Mitte thront Christus als Erlöser der Welt. Umgeben ist er von den vier Evangelisten. In der Archivolte finden sich die 24 Älteste der Apokalypse. Es verblüfft hinter der barocken Fassade des Westportals auf das romanische Portal und auf die dreiteilige Vorhalle zu stoßen die um 1166 - 1188 vom Meister Mateo geschaffen wurde. Apostelgruft (Gruft, Sarg). Botafumeiro (größter Weihrauchkessel der Welt). Unter der doppelten Freitreppe befindet sich das romanische Gewölbe der Catedral Vieja aus dem 11. Jh.. Sie bildet den ältesten Teil der Kathedrale. Öffnungszeiten: 07.00 - 21.00 Uhr. Während der Messe sind keine Besuche erlaubt. www.catedraldesantiago.es
     
  • Hospital Real (Nordseite der Plaza del Obradorio) ein 1489 von den Katholischen Königen gegründetes Hospital und heute Parador Hotel. Sehenswerte Außenfassade. Die Innenhöfe können nur in Begleitung eines offiziellen Reiseleiters besichtigt werden.
     
  • Plaza de los Literaios / Plaza de Quintana - Die Ostseite der Kathedrale mit Casa de los Canónigos (Haus der Chorherren) und dem Convento de San Pelayo.
     
  • Plaza de Platerias - Schöner und von einem Brunnen dominierter Platz an der Südseite der Kathedrale. Die Puerta de Platerías an der Kathedrale, ist das einzige Tor, das seine romanische Struktur bis heute - mit Veränderungen - erhalten hat.

b.) Sehenswerte Museen

  • Museo de las Peregrinaciones - Museum das sich dem Thema Pilgern widmet. www.mdperegrinacions.com
     
  • Centro Gallego de Arte Contemporáneo (CGAC). Architekt: Álvaro Siza. Das moderne Gebäude wurde unter Einbeziehung des Kloster San Domingos de Bonaval errichtet. www.cgac.org

c.) Außerhalb der Altstadt von Santiago

  • Praza da Quintana
  • Convento Santo Domingos de Bonaval
  • Colegiata Santa María del Sol

Darüber hinaus werden von der Tourismusinfo weitere Sehenswürdigkeiten genannt. Allerdings konnten diese kaum überzeugen.

Wissenswertes: Santiago de Compostela

Orientierung - Der Weg von der Busstation bzw. vom Bahnhof zur Innenstadt ist leicht zu finden. Nach einer Steigung von ca. 10 Gehminuten sind die Türme der Kathedrale sichtbar. Damit fallen die weiteren 10 Gehminuten schon gar nicht mehr ins Gewicht. Die Ausschilderung ist gut. Stadtpläne erhalten Sie am Bahnhof, der Busstation sowie an der Tourismusinfo.

Anreisemöglichkeiten und Verkehrsanbindungen - Der Bahnhof liegt etwas zentraler als die Busstation.

  1. Bahnhof, Zugverbindungen, Zugplan
    RENFE. Direktverbindungen Santiago - Madrid (TALGO und Expreso) 2x am Tag. Direktverbindung 1x am Tag nach San Sebastián und Hendaye. Verbindungen zu den meisten große Städte Spaniens mit 1 - 2x umsteigen. Regionalzüge zu den wichtigsten Städte Galiciens und entlang der Küste bis zur Grenze Frankreichs. Hier ist vor allem der Transcantábrico als Panoramazug eine Empfehlung. Der Bahnhof liegt südlich der Altstadt. Adresse: Bahnhof Santiago de Compostela, C/ HÓRREO, S/N. Tel: 902 24 02 02 / 981 59 18 59. www.renfe.es
     
  2. Busstation, Busverbindungen, Busplan
    Estación de autobuses. Busverbindungen nach ganz Spanien und in die Region (Pontevedra, Vigo, Ourense, Madrid, León, La Coruña, Finesterra, Noia und Muros, Viveiro, Gijón, Sandaner, Madrid). Die Busstation liegt östlich der Altstadt. Adresse: Estación de Autobuses de Santiago de Compostela, Tel. +34 981586453. www.tussa.org Busunternehmen: Fernstrecken innerhalb Spaniens: www.alsa.es. Busverbindungen innerhalb Europas Busunternehmen Socitransa www.socitransa.com. Weitere Verbindungen über www.monbus.es und www.arriva.es.
     
  3. Flughafen, Airport
    Flughafen Santiago de Compostela. Lage: Lavacolla. Entfernung: 14 km bzw. 15 min. mit dem Auto. www.aena.es. Direktflüge innerhalb Spaniens. Internationale Flüge nach Frankfurt (HHN), London (STN), Paris (CDG), Rome (CIA), Zurich (ZRH) (...). Taxi Fahrpreis Flughafen-Stadt ca. 30,00 €. Taxistand am Flughafen, Telefon (+34) 981 591 575. Funk-Taxi: 981 56 92 92. Busverbindung Santiago und Lugo über: www.empresafreire.com bzw. http://travidi.com/es/services.html des spanischen Unternehmens Empresa Freire.
     
  4. Straßenverbindungen, Anfahrt mit dem Auto
    Die Altstadt ist Fußgängerzone. Anfahrt nur mit Erlaubnis möglich. Parkplätze finden sich außerhalb der Altstadt. Santiago ist über verschiedene Autobahnen erreichbar.

Öffentliche Verkehrsmittel - Im Sommer fährt ein "Tren Turístico" (Zug auf Rädern) durch die Altstadt. Allerdings ist die Altstadt von Santiago recht klein.

Hotelsuche, Hotelreservierung. Unterkünfte, Zimmer und Hotels - Die meisten Unterkünfte liegen rund um die Plaza de Galicia. Den wohl schönsten Parador Saniens findet sich an der Plaza del Obradoiro. Angeblich das älteste Hotel der Welt.

Parador de Santiago de Compostela *****GL
(*****GL ist die höchte Auszeichnung der sp. Hotellerie)
Plaza Do Obradoiro, 1 - 15705 Santiago de Compostela
T: 00 34 981582200, www.parador.es

Nightlife, Entertainment, Unterhaltung - Studenten dominieren das Nachtleben. Viele Feste finden im Sommer statt. In den Semesterferien oder an Wochenenden fahren jedoch viele Studenten zu ihren Eltern und das Nachtleben wird sehr überschaubar.

Geschichte - Der Name Santiago kommt aus dem lateinischen Sanctus Jacobus. San für Heilig und Jakob = heilige Jakob. Compostela aus lateinisch campus stellae also Sternenfeld. Compostum deutet auf einen Friedhof hin. Der Sage nach soll das vergessene Grab durch einen Stern wiederentdeckt worden sein. Bei dem sagenhaften Gräberfeld wird es sich jedoch um ein römisches gehandelt haben und bei dem Grab des Heiligen um eine Erfindung der katholischen Kirche. An der Stelle des angeblichen Jakobusgrabes wurde die Kathedrale von Compostela erbaut. Santiago de Compostela ist heute der mit Abstand berühmteste und bekannteste Wallfahrtsort Spaniens.

Regelmäßige Veranstaltungen im Festkalender
Die gelisteten Feste können je nach Region oder Jahr ausfallen, ersetzt werden bzw. sich verschieben.

Mai - Feiertag, Tag der Galicischen Sprache und Literatur
Juli
- St. Jakobus, Nationalfeiertag Galiciens
August - St. Rochus (nur in Santiago de Compostela)
Oktober - Pilar Jungfrau, Tag der Hispanität
Dezember - Tag der spanischen Verfassung
Dezember - Unbefleckte Empfängnis Mariens

Zu den Feiern des Heiligen Jahres siehe Seitenanfang.

Klima und beste Reisezeit - Santiago ist die regenreichste Stadt Spaniens. Im Winter ist das Wetter kalt, feucht und häufig stürmisch. Die beste Reisezeit ist der Hochsommer.

Sprache, Dialekt - Galicisch und Spanisch (Castellano). Hinweisschilder sind zweisprachig. Englisch und Deutsch wird nur selten verstanden.

Tourismusinformation, Informació Turística, Oficina de Turismo
Hotelbuchungen, Stadtführungen, Stadtplan und Ticketverkauf

Central de Informacion Turistica Municipal
Rúa do Vilar 63, 15705 Santiago de Compostela
Telefon 981 555 129 www.santiagoturismo.com

Wichtige Adressen

Fundbüro: Büro in der Rúa da Trindade
Tel: 981 543 027 / 981 542 323

Nationalpolizei: Rúa Rodrigo de Padrón, 3
Tel: 981 551 100. Notdienst: 091

Stadtpolizei: Pazo de Raxoi s/n.
Tel: 981 542 323. Notdienst : 092

Nationalpolizei: Rodrigo de Padrón, 3.
Tel: 981 551 100. Notdienst : 091

Post:
Correos y Teléfonos. Travesía de Fonseca.
Allgemeine Auskunft: 902 197 197.
Correos Santiago: 981 581 252.
Telegramme über Telefon: 981 581 792.

Souvenirs - In der Altstadt ist der Platz Toural- und Cervantes typisch. Einkaufsstraßen sind die Rúa Nova, Rúa do Vilar, Rúa de San Pedro, Rúa Caldeirería. . Nicht für jeden Geschmack aber typisch für die Region ist das Kunsthandwerk aus Galicien Encaje de Camariñas.

Regional typische Küche und Gastronomie - Die Küche Galiciens ist sehr gut und vom Meer geprägt. Ein möglicher Tipp ist Tintenfisch Pulpo á Feira.

Tagesausflüge - Die Altstadt mit ihren Arkadengängen, Kirchen, Klöstern und der Kathedrale kann in 1-3 Tage besichtigt werden. Da danach die grauen Granithäuser monoton werden, empfiehlt es sich, die ca. 35 km entfernt liegende atlantische Küste (Costa de Muerte) oder » A Coruña / La Coruña* zu besichtigen. Weitere Ziele sind:

  • Noya (galic. Noia)
    Etwa eine halbe Stunde Fahrstrecke westlich von Santiago de Compostela. Sehenswerte Stadt mit mittelalterlich geprägten Stadtbild. Unter den Römern ein Hafen ist er heute versandet. Sehenswert ist der Friedhof, der über 200 Grabsteine verfügt. Die ältesten aus dem 10. Jh. und teilweise mit rätselhaften Zeichen versehen. Verbindungen mit dem Bus von Santiago oder A Coruña.
     
  • Cabo de Finisterre (Fisterra)
    Wer Noya besucht kann entlang der Rías bis zum Cabo de Finisterre weiterfahren. Das Cab liegt unweit des Ortes Finisterre (Ende der Welt). Einen Eindruck den man sich nicht ganz entziehen kann.
     
  • Sobrado de los Monjes (Sogrado dos Monxes)
    Romanische ehemalige Kloster steht heute unter Denkmalschutz. Sehenswert sind mehrere Kreuzgänge aus dem 17. / 18. Jh. die Sakristei und die Barockfassade.
     
  • Padrón
    Das römische 'Iria Flavia' an der Mündung des Río Sar in der Ulla soll die Stelle sein, an der das Schiff (Engelsschiff) mit den Gebeinen des hl. Jakobus die Küste der iberischen Halbinsel berührt haben soll. Sehenswert sind die Adelshäuser und die Kirche La Colegiata Santa María (11. Jh.). Verbindungen mit dem Zug bzw. mit dem Bus.

 
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