Semana Santa in Sevilla **

Semana Santa in Sevilla. Heilige Woche, Palmsonntag in Malaga, Granada, Cordoba. Ursprung und Geschiche der Bruderschaften

Semana Santa in Sevilla
Semana Santa in Sevilla. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

Updated: 04.04.2015, 9:39. Text/Foto: Hans Diego Rose.


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Die Semana Santa, Heilige Woche oder Palmsonntag, ist der katholisch religiöse Höhepunkt im Festkalender Spaniens. Zwischen Palmsonntag und Ostersonntag werden in zahlreichen spanischen Städten feierlich ernste Prozessionen gefeiert. Die große Hauptprozession findet in den meisten Ortschaften am Karfreitag statt. Höhepunkt ist die madrugada (Morgenstunde) des Karfreitags. Am bekanntesten ist die Semana Santa in Sevilla. Kleiner und weniger bekannt dagegen ist die Heilige Woche in Valladolid, Málaga, Granada und Cordoba. Ein Tipp für Granada. Wer die Semana Santa in Granada besucht, sollte am Mittwoch nachts vor Ostern die Prozession "Cristo de los Gitanos" im Viertel Sacromonte nicht verpassen.

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Typisch für die Semana Santa - Typisch für die Heilige Woche in Spanien sind die Heiligenfiguren, geschmückte Altäre, Trommeln und Fanfaren. Neben den Prozessionen mit Gesang und Musik existieren Schweige- oder Trommelprozessionen. Das Tragen und Zeigen der Christus- oder der Marienfiguren ist das Hauptelement der meisten Zeremonien. Die Tische mit den Statuen der Heiligen werden als Paso (Pasos) bezeichnet. Getragen werden die Tische auf den Schultern von Costaleros. Es sind Mitglieder der Hermandades. Die Costaleros bewegen sich unter den langen Seitenbehängen der Pasos. Daher müssen diese durch Kommandos und Klopfzeichen zum gleichzeitigen Anheben und Absetzen geleitet werden. In Málaga sind diese Pasos mit 4 Tonnen besonders schwer und werden Tronos genannt. Getragen werden die Tronos zum typischen schaukelnden Schritt von bis zu 250 "Hombres de Trono" bzw. costaleros.

Beginn und Ende - Die Karwoche beginnt am Palmsonntag und endet am Ostersonntag. Dazwischen liegen Domingo de ramos (Palmsonntag), Lunes Santo, Martes Santo, Miércoles Santo, Jueves Santo (Gründonnerstag) Madrugá (Nacht von Donnerstag auf Freitag), Viernes Santo (Karfreitag), Sábado Santo (Karsamstag) und Domingo de Resurrección (Ostersonntag). Das Datum für das Osterfest ändert sich von Jahr zu Jahr.

Ursprung, Geschichte der Semana Santa in Sevilla

1521 - Beginn der Semana Santa. Fadrique Enríquez de Ribera (erste Marquis von Tarifa) richtete nach seiner Rückkehr aus Jerusalem einen Kreuzweg ein. Der Kreuzweg bildet die Stationen der Buße.

14. Jahrhundert - Es entstehen die ersten Hermandades, die Bruderschaften. Einige existieren bis in die Gegenwart. Diese Bruderschaften folgen anfangs den Ritualen der Selbstkasteiung durch Geißelung. Der mittelalterliche Brauch stammt aus der Pestzeit. Kasteiungen und Prozessionen sollten dem Erlass der Sünden dienen. Die römische Kirche sah darin ihren jedoch Ablasshandel gefährdet. 1604 entstand daher durch Kardinal Niño de Guevara die heutige Form der Prozession.

18. Jahrhundet - Die Aufnahmebedingungen in die einzelnen Bruderschaften passen sich an. Es entstehen "hermandades de barrio" deren Mitglieder durch ihren Wohnort (Stadtviertel) benannt werden. Auf diese Weise konnte Staat und Kirche religiöse Extremisten besser kontrollieren. Die Bruderschaften werden durch Berufe und Stände gebildet und benannt. Zum Beispiel "Los Panaderos", die Bäcker. Zu Beginn des 20. Jh. entsteht die heutige Form der Bruderschaft in der Frauen als Mitglied einer Hermandad und sogar als Nazarena erlaubt sind.

Ablauf der Osterprozession - Beginn und Ende jeder Osterprozession ist die Kirche des Viertels in dem die jeweilige Bruderschaft ihren Sitz hat. Das Ziel der Prozession ist das Zentrum der Ortschaft. Die Osterprozessionen dauern je nach Entfernung bis zu 8 Stunden. Freunde, Verwandte begleiten den Zug. Entlang des Prozessionsweges werden Tribünen und Klappstühle errichtet. Verfolgt werden die Prozessionen von den Gästen in stiller Andacht. Ganz anders dagegen die Stimmung in den Tabernen und Bars. Hier herrscht eine ausgelassene und laute Atmosphäre.

Einteilung des Prozessionszuges durch Sevilla

  1. Cruz de Guía - Leitkreuz aus Holz und mit Silber verziert.
  2. Nazarenos del Cristo - Bezeichnung für die erste Büßergruppe mit Silberstäben, Kerzen und Fahnen.
  3. Paso - Kleiner Altar, von einem Capataz geführt und von bis zu 50 Costaleros auf deren Schultern getragen.
  4. Musikkapelle - Langsame Marschmusik gespielt auf einfachen Blas- und Schlaginstrumenten.
  5. Nazarenos de la Virgen - Die zweite Büßergruppe unterscheidet sich von der ersten Büßergruppe in der Kleidung. Die Penitentes sind oft barfuß, tragen lange Kutten und Spitzhaube.
  6. Paso de la Virgen bzw. Paso de palio - Wie der 1. Paso. Jedoch wird auf dem kleinen Altar ein Bildnis der Jungfrau Maria unter einem Baldachin präsentiert. Daraufhin folgt wieder eine Kapelle.
  7. Saeta (= Pfeil) - Gesang mit Ursprung aus dem Flamenco. Die Saeta wird von einem einzelnen Sänger/in solo und ohne musikalische Begleitung gesungen. Die Prozession stoppt und der Sänger, zumeist auf einem Balkon oder in der Menschenmenge, trägt mit verklärten, emotional bewegten Gesichtsausdruck den Gesang den Marienstatuen oder den Christus-Figuren vor. Der Paso verharrt während der Saeta.

Für kleine Kinder sind die düsteren Osterprozessionen oft unheimlich. Sie erhalten daher in den Pausen Süßigkeiten bzw. picos (kleine Brotstangen).

Wortschatz zur Semana Santa

  • banda = Musikkapelle. Außer bei einer Schweigeprozession (Procesión de silencio) ist die Musikkapelle immer dabei.
  • capataz = Führt den Paso mit Kommandos zum auf- und absetzen.
  • capillitas = Mitglieder mit Detailwissen über Geschichte und Ritus der Hermandades und der Prozession. Bei Fragen helfen die Capillitas.
  • carrera oficial - Offizielle Strecke für den Prozessionszug. Auch als Recorrido (Prozessionsstrecke) bezeichnet.
  • cortejo = Prozessionszug.
  • costalero = Träger die unter den Pasos laufen.
  • estación de penitencia - Bußstation am Prozessionsweg.
  • hermandad = Bruderschaft wird auch als Cofradía bezeichnet.
  • hermano mayor = Vorsteher der Bruderschaft.
  • hombres de trono = costalero oder Träger eines paso
  • nazareno = Nazarener. Mit Kapuze vermummte Büßer mit großen Kerzen oder anderen religiösen Insignien.
  • paso = Von den Costaleros getragenes Holzpodest bzw. Tragegestell mit der Heiligenfigur.
  • palio = Zweiter Paso. Schließt die Prozession ab und trägt ein Bildnis der Jungfrau Maria unter einem Baldachin.
  • penitentes = Ein oftmals barfüßiger Büßer mit einem Holzkreuz. Gekleidet wie die nazarener. Allerdings mit der Kapuze auf dem Rücken.
  • recorrido = Siehe: carrera oficial.
  • saeta (= "Pfeil") = Emotional vorgetragener Gesang einer Person ohne Instrumente. Zumeist steht der Sänger dazu auf einem Balkon und beginnt nachdem die Prozession gestoppt hat.

Übernachten - In Sevilla und Umgebung sind die meisten Unterkünfte ausgebucht. Freie Zimmer werden zu extrem hohen Preisen verkauft. Das gilt vor allem für das Zentrum und die attraktiven Stadtviertel Barriío de Santa Cruz und das typische Ausgehviertel El Arenal.


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