Architektur der Mauren in Spanien

Architektur der Mauren in Spanien. Typischer Baustil. Hufeisenbogen, Vielpaßbogen und Arabeske. Moschee mit Säulenhalle und Mihrab

Architektur der Mauren in Spanien
Architektur der Mauren in Spanien. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

Updated: 02.12.2013, 9:39. Text/Foto: Hans Diego Rose.


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Die maurische Herrschaft begann auf der Iberischen Halbinsel im Jahr 710. Am Anfang stand der Einfall arabischer Truppen aus Nordafrika in Andalusien (Südspanien). Das Ende kam durch die christliche Rückeroberung der Stadt Granada im Jahr 1492. Sie war die letzte Hauptstadt der Mauren in Spanien. Trotz der insgesamt 700 Jahre währenden maurischen Herrschaft blieben in Spanien nur wenige maurische Bauwerke erhalten. Teilweise wurden diese abgerissen, teilweise überbaut oder dem Verfall preisgegeben. Berühmte Beispiele maurischer Baukunst sind in Spanien die Moschee in Cordoba, die Alhambra in Granada und die Kathedrale von Sevilla.

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Der maurische Baustil und seine typische Stil-Elemente dienten späteren Baumeistern als Inspirationenquelle. Beispiele finden sich in der romanischen bis zur Architektur des Historismus und des Jugendstils. Das Foto oben zeigt die "La Giralda de Sevilla". Der Glockenturm der Kathedrale stammt aus dem Jahr 1190. Ursprünglich war der 93 m hohe Turm ein Minarett der maurischen Hauptmoschee. Ein weiteres schönes Beispiel maurischer Architektur in Spanien ist der Alcázar von Sevilla. Maurisch. arabische Kunst besteht aus Religion. Licht, Schatten und Wasser.

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Alhambra in Granada, Festung und Palast.
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Moschee Mezquita von Cordoba, Sakralbau.
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Sevilla, Kathedrale und ehemalige Moschee.
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Baukunst der Mauren - Bekannteste Einzelform maurischer Baukunst ist der Hufeisenbogen. Es existieren unterschiedliche Varianten. Beispiele sind der Hufeisenbogen, Vielpaßbogen, Zackenbogen, Stalaktitbogen oder der gestelzter Rundbogen. Häufig ist der Hufeisenbogen reich verziert. Seit dem 10. Jh. wurde der Hufeisenbogen in einigen Fällen nicht mehr abgerundet sondern im Scheitelpunkt ('gotisch') gebrochen. Damit läuft die Form an seiner höchsten Stelle leicht spitz zu.

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Spitze Hufeisenbögen.
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Eine Weiterentwicklung des schlichten Hufeisenbogens ist der Vielpaßbogen (viellappigen Hufeisenbogen). Die Bogenlaibung teilt sich in kleine Bögen. Die Ausschmückungen in zahlreichen Moscheen erfolgte mit Mayolikacheln, floralen Ornamenten, Koranversen, kufischen Schritfriesen (...).

Mozarabischer und Mudéjar-Stil - Der mozarabische und der Mudéjar-Stil entstanden auf der Iberischen Halbinsel unter christlicher Herrschaft. Die christlichen Baumeister mussten für aufwendige Bauwerke, wie zum Beispiel Gotteshäuser, auf die überlegene Baukunst islamischer Architekten und Handwerker zugriffen. Der Name "mozarabisch" leitete sich von Mozaraber ab - von Christen 'unterworfene' Mauren.

Begriff: "Islamische Architektur" - Islamische Architektur ist die generelle Bezeichnung für die Architektur der islamischen Gesellschaft. Soll dagegen das Verbindende "typisch Islamische" betont werden, sollte in eine nord- und westafrikanische, maurische, arabische, osmanische, iranische, ägyptische, zentralasiatische (...) Architektur unterschieden werden.

Grundriss einer Moschee - Mittelschiff und Querschiff bilden die für eine Hofhallenschmoschee so typische T-Form. Die Säulenhalle mit offenem Innenhof findet sich vor allem auf der arabischen Halbinsel, in Spanien und Nordafrika. Die typische maurische Hofhallenmoschee besteht aus einem rechteckigen Grundriss und wirkt von außen eher unauffällig. Auch die Moschee in Cordoba ist eine maurische Hofhallenmosche.

Grundriss einer Moschee Grundriss einer Moschee

Die gleichbleibende Raumhöhe in der Vorhallenmoschee ist ein Symbol das vor Allah alle Gläubige gleich sind. Die Gebetsnische kennzeichnet die Gebetsrichtung (Qibla). Die vom Koran vorgeschriebene Gebetsrichtung der Muslime ist die zur Kaaba (von Gott zur Qibla bestimmt) in Mekka - dem höchsten Heiligtum des Islam.

Gliederung einer traditionellen maurischen Hofhallenmoschee

  • Offener Innenhof (Sahn)
  • Mittelschiff
  • Querschiff - Gebetsrichtung (Kibla, arabisch Qibla)vorgelagert
  • Gebetsnische (Mihrab)

Die traditionelle maurische Hofhallenmoschee ist ein flaches Gebäude mit rechteckigen Grundriss. In der Regel ist das Äußere einer maurischen Hofhallenmoschee eher schlicht. Der Gläubige tritt durch die Außenportale in den zumeist von Arkaden (Riwaks) gesäumten Innenhof. Im Innenhof stehen zumeist schattenspendende Orangen- oder Dattelbäume. Für die nach dem Koran erforderliche rituelle Reinigung des Gläubigen stehen im Innenhof ein oder mehrere Brunnen. Vor den betreten des Beetsaals muss der Gläubige seine Schuhe ausziehen. Es heißt, das der Bau eines Brunnens für einen gläubigen Muslim ein ähnliches Symbol darstellt wie für den Christen das Aufstellen eines Kruzifix. Brunnen oder Wasserbecken sind ein fest integrierter Bestandteil privater und religiöser Architektur. Der Koran gibt die klare Vorschrift, dass ohne eine rituelle Waschung (Wudu) eine Moschee nicht besucht werden darf.

Die Moschee - Eine Moschee ist ein ritueller Ort des gemeinschaftlichen islamischen Gebetes. Es kann nicht schaden die wichtigsten Regeln zu kennen: Vor dem Gebet wird eine rituelle Waschung (Wudu) vorgenommen. Zudem werden vor dem Besuch der Moschee die Schuhe ausgezogen. Diese können am Eingang der Moschee abgelegt werden. Man kann diese aber auch, mit den Sohlen zueinander gelegt, mit in die Moschee nehmen. Ein Muslim betritt die Moschee mit dem rechten Fuß und verlässt sie mit dem linken. Frauen und Männer beten getrennt.

Der Koran meidet die Darstellung von Lebewesen. In der Regel ist der einzige erlaubte Schmuck Verse aus dem Koran, geometrische Formen oder spiralförmige Pflanzenornamente. Ob der Koran die bildliche Darstellung verbietet, ist jedoch auch unter Gelehrten umstritten. In der religiösen Kunst wird dieses Verbot jedoch streng beachtet.

Wanddekorationen islamischer Bauwerke - Beliebt ist die Arabeske. Eine geschwungene Linie aus stilisierten Ranken- und Blattwerk. Auch ist die Verwendung von Mosaik oder Kacheln zur Dekoration üblich. Weitere Stilelemente sind die: Kalligraphie, Geometrie und Ornamentik. In den Moscheen finden sich Kunsthandwerke wie Stuck-, Teppich-, Schmiede-, Bildhauer-, Tischler-, Glasmaler- und Kachelarbeiten.

Begriff Schichtenwechsel - An vielen islamischen Bögen (z.B. Moschee von Cordoba) aber auch christlichen Bögen (z.B. im Dom zu Speyer) sind an ein oder zweigeschössige Bogenreihen Schichtenwechsel aus roten und weißen Steinen zu erkennen. Die Säulen in der Moschee in Cordoba und die im Dom zu Speyer (Krypta, Kaisergruft) wirken dabei wie ein Palmenwald.

Architektur der Mauren in Spanien
Maurische, andalusische Achitekturelemene in Andalusien .
Architektur der Mauren in Spanien. | Foto: (©) H.D.Rose | Foto kaufen

In Spanien finden sich viele Wohnhäuser mit einer maurisch, andalusischen Architektur. Diese Gebäude enstanden zumeist um 1922 im Stil Art Deco.

 
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