Madrid Fotograf Hans Diego Rose

Hans Diego Rose trifft Persönlichkeiten, die Madrid prägen, und spricht mit ihnen über den Charakter und die kulturelle Identität der spanischen Hauptstadt

Hans Diego Rose - Madrid Fotograf
Hans Diego Rose - Madrid Fotograf.

Hans Diego Rose

Fotograf / Fotocoach



Madrid begleitet mich seit meiner Kindheit. Heute kehre ich als Fotograf immer wieder zurück – wegen der Menschen, ihrer Geschichten und einer Stadt, in der Kunst und Kultur zum Alltag gehören. Mit „Madrid im Gespräch“ porträtiere ich Menschen, die das kulturelle Leben der Stadt prägen.


Was bedeutet Madrid für Sie persönlich?

Madrid ist für mich ein Stück Familiengeschichte. Mein Opa war Fotograf in Madrid und zeigte mir seine Stadt, lange bevor ich selbst ernsthaft zu fotografieren begann. Gemeinsam gingen wir über den Rastro, durch La Latina und durch die kleinen Straßen rund um die Märkte. Damals ahnte ich noch nicht, wie sehr mich diese Eindrücke später prägen würden.


Welche Rolle spielt Madrid für Ihre kreative oder berufliche Arbeit?

Madrid ist eine meiner wichtigsten Inspirationsquellen. Mich interessieren weniger die bekannten Sehenswürdigkeiten als die Menschen, die diese Stadt prägen. Künstler, Architekten, Designer, Fotografen und Kulturschaffende erzählen Geschichten, die weit über ihre Arbeit hinausgehen. Als Fotograf suche ich diese Verbindung zwischen Mensch und Stadt.


Gibt es einen Ort in Madrid, der Sie besonders inspiriert oder mit dem Sie eine persönliche Erinnerung verbinden?

Der Rastro. Schon als Kind war jeder Besuch ein kleines Abenteuer. Zwischen Antiquitäten, Büchern, alten Kameras und den Gesprächen der Händler lernte ich unbewusst zu beobachten. Ein zweiter Ort ist der Prado. Dort habe ich früh verstanden, dass Bilder Geschichten erzählen können – nicht laut, sondern oft ganz leise. Vielleicht liegt genau darin die Verbindung zu meiner eigenen Fotografie.


Was macht Madrid für Sie als Kulturstadt besonders?

Kultur begegnet einem in Madrid nicht nur im Museum. Sie findet auf der Straße statt, in kleinen Galerien, in Buchhandlungen, Cafés und Werkstätten. Kunst gehört hier selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig bewahrt die Stadt ihre Traditionen. Genau diese Verbindung aus Geschichte und Gegenwart macht Madrid für mich einzigartig.


Wie erleben Sie den Wandel der Stadt?

Madrid verändert sich ständig. Neue Architektur entsteht, Stadtviertel entwickeln sich weiter und Menschen aus aller Welt bringen neue Ideen mit. Trotzdem habe ich nie das Gefühl, dass Madrid seine Identität verliert. Die Stadt entwickelt sich weiter, ohne ihre Geschichte zu vergessen. Gerade diese Balance fasziniert mich fotografisch.


Was wird über Madrid zu wenig erzählt?

Oft sind es die unscheinbaren Geschichten. Nicht die großen Sehenswürdigkeiten interessieren mich am meisten, sondern die Menschen, die jeden Tag in dieser Stadt leben und arbeiten. Ein Gitarrenbauer, eine Restauratorin, ein Architekt oder ein Fotograf erzählen häufig mehr über Madrid als jedes Reisemagazin. Genau deshalb entstand Madrid im Gespräch.


Worauf freuen Sie sich in Zukunft?

Ich wünsche mir, dass Madrid seine Offenheit bewahrt. Dass die Stadt weiterhin Raum für Kultur, Kreativität und unterschiedliche Lebensentwürfe bietet. Und ich freue mich darauf, in den kommenden Jahren immer mehr Menschen kennenzulernen, die ihre ganz persönliche Geschichte über Madrid erzählen. Denn am Ende entsteht das Bild einer Stadt nicht durch ihre Gebäude, sondern durch die Menschen, die in ihr leben.

Interview & Fotografie:
Hans Diego Rose



Madrid Fotograf

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