Architektur des Klassizismus in Spanien Architektur und Baustile

Typisch für den Klassizismus als Baustil (1770-1840) ist die prunklose Pracht, geometrische Muster und eine sparsame Verwendung aller Elemente

Architektur des Klassizismus in Spanien
Architektur des Klassizismus in Spanien.
Foto: © Hans Diego Rose

Architektur des Klassizismus in Spanien

Nach der überbordenden Architektur des spanischen Barock und dem auf José de Churringuera zurückzuführende Architektur des Churringuerismus folgte im späten 18. Jahrhundert, als eine Gegenbewegung, der in seiner stilistischen Formensprache nüchterne Klassizismus. Ein frühes Beispiel ist der unter den Bourbonen errichtete Palacio Real in Madrid. Baumeister Filippo Juvara und Giovanni Battista Sacchetti aus Italien. Als Beispiel par excellence für die klassizistische Bauweise in Spanien gilt jedoch der Prado in Madrid, 1785-1719, Architekt: Juan de Villanueva.



Renaissance im nüchternen Herrera-Stil

In Spanien wird teilweise statt vom Klassizismus von der Renaissance im nüchternen Herrera-Stil gesprochen. Typisches Beispiel ist das Königliche Kloster El Escorial. Übereinstimmende Merkmale der Renaissance mit dem Klassizismus: Schlichtheit, Dreiecksgiebel, geometrische ausgewogene Mustern und die Säulenordnung. Letzendlich war die Renaissance auch 'nur' der erste Versuch den griechisch-römischen Originalen möglichst Nahe zu kommen. Genauere Kenntnisse erhielten die Architekten aber erst mit den Ausgrabungen im Herculaneum (1738) und Popeji (1748).

Erkennungsmerkmals klassisistischer Bauwerke

Klassizistische Bauwerke lassen sich an ihrer prunklose Pracht und ihren strengen Linie erkennen. Typisch sind geometrische Mustern und einer zumeist im rechten Winkel und gerade Linien angeordnete sparsamen Verwendung aller Elemente. Auffallendee Merkmaler klassisistischer Bauwerke ist der Porticus. Sowie die der Fassade vorgelagerte Säulenhalle mit dorische, ionische, korintische oder römisch korintische Kapitelle, einer darüber befindlichen Attika, beziehungsweise einem Dreiecksgiebel.

Vorbildgebend für den Klassizismus

Vorbildgebend für den Klassizismus mit der klar gegliederten Fassade ist die Propyläen der Akropolis von Athen. Dieser Bezug auf die griechisch römische Antike ist das herausragendste Merkmal klassisistischer Architektur.

Nach dem Klassizismus

Der Formenkanon des Klassizismus sollte bis ins 19 Jahrhundert die Erscheinungsform kultureller und administrativer Gebäude bestimmen. Dem Klassizismus folgte mit dem Historismus ein Stilpluralismus, die durch die Suche nach einer nationalen Identität geprägt war. Diese Rückbestimmung führte zur Neugotik, Neurenaissance, Neubarock, 'zweites Rokoko' (…). Erst in der Gründerzeit (Industrialisierung) bildeten sich neue Architekturstile.

Anzeige
Reisebegleitung Fotoreisen 2018 / 2019
Einzelreisende oder bis 3 Teilnehmer



Rubrik:
Schlagworte: Architektur, Klassizismus, Spanien, Baustil, Porticus, Dreiecksgiebel, Säulenhalle, Churringuerismus, Bauweise

Nach oben

Autor / Publikation

Veröffentlicht:
Aktualisiert:

Schließen