Architektur des Art Deco Architektur und Baustile

Die frühesten Formen des Art Deco erinnern stark an den Jugendstil. Den floralen Motiven folgten jedoch schon bald geometrische Muster

Architektur des Art Deco
Architektur des Art Deco.
Foto: © Hans Diego Rose

Architektur des Art Deco

Art Deco bezeichnet eine Kunstform nach dem Jugendstil um etwa 1920 - 1940. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde dieser neue Kunststil auf der Internationalen Kunstgewerbeausstellung in Paris (1925) vorgestellt. Als direkte Nachfolge des Jugendstils (Art nouveau) wirkt das Design beim Betrachter seltsam vertraut. Im Gegensatz zum Jugendstil verwendet Art Deco statt Schnörkel und Opulenz vereinfachte geometrische oder facettierte Designmuster. Der Stil wirkte sich auf die Architektur, Malerei, Plastik (Möbel, Fahrzeuge, Kleidermode ...) aus. Es handelt sich nicht um Kunsthandwerk sondern um 'Industrielles Design'. Eigentlich bildet der Art Deco Stil keine neue Designentwicklung sondern eine Weiterentwicklung. Strenge Regeln oder Vorgaben existierten nicht. In seiner Ausführung orientierte sich der Stil an den klassischen Prinzipien des Jugendstils. Diese wurden jedoch auf ihre Grundformen reduziert. Als Vorbilder dienten griechische oder römische Elemente wie Säulen oder Ornamente, aber auch das rationale Design der industriellen Welt (Maschinendesign) jener Zeit. Die Motive wurden mit Gestaltungselementen, die sich an der Kunst anderer Kulturen orientierten, kombiniert und verfremdet.



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Unterscheidung Art Deco zum Jugendstil

Die frühesten Formen des Art Deco erinnern stark an den Jugendstil. Den floralen Motiven folgten jedoch bald geometrische Motive. Die Avantgarde (Konstruktivismus, Kubismus, Futurismus, Rationalismus, Bauhaus) gaben dem Art Deco eine dem Jugendstil unbekannte Strenge. War der Jugendstil durch den Blumenschmuck und gewundene Arabesken dominiert, wurde beim Art Deco klar stilisierte, geometrische Dekorationsmotive bevorzugt.

Häßliche Variante des kitschigen Jugendstils

Wegen seiner stark reduzierten Formensprache war der Stil lange Zeit verpönt. Er galt als eine besonders häßliche Variante des als kitschig betrachteten Jugendstils. Erst zwei (drei) Generationen später wurde die einzigartige Formensprache des Art Deco erneut anerkannt. Bis zu dieser Erkenntnis, waren jedoch viele Gebäude abgerissen.

Das Puertamar-Gebäude in Málaga (siehe Bild unten) ist ein Beispiel für 'Neo-Art Deco' der Stromlinien-Moderne. Der Stil orientierte sich in seiner Formgebung an Aerodynamik der Luftschiff- und Fahrzeugbauer. Er wurde gerne beim Art-Déco verwendet.

Puertamar-Gebäude (Málaga). Beispiel für Neo-Art Deco in Spanien
Puertamar (Málaga). Beispiel für Neo-Art Deco in Spanien.
Foto: © Hans Diego Rose

Wegbereiter des Art Deco

In Teilaspekten geht der Stil auf die die Secessionskünstler Josef Hoffmann und Koloman Moser (Wiener Werkstätte, 1903) zurück.

Art Deco in Valencia, Spanien
Art Deco in Valencia, Spanien.
Foto: © Hans Diego Rose

Ende des Art Deco

Anders als in Spanien war mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs der offen zur Schau gestellte luxuriöse Architekturstil im zerstörten Europa nicht mehr gefragt. Seinen gestalterischen Höhepunkt erreichte der Stil daber bis in den 1950er Jahre vorwiegend in den USA (Hollywood und New York). In Spanien wo der Dikator Franco den Bürgerkrieg gewonnen hatte, wurde der Art Deco Stil indirekt zur Glorifizierung des Franquismus missbraucht. Allerdings war der Stil keine Architektur des Franquismus.

Das Eingangsfoto zeigt typische arabisch inspirierte Details an einem Art-Deco-Gebäude in Málaga.

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Schlagworte: Architektur, Art Deco, Spanien, Gebäude, Baustile, Formen, geometrisch, Muster, Malerei, Möbel, Secession

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