Cochenilleschildlauszucht Kanaren Gesellschaft in Spanien

Die Cochenilleschildlaus wird zur Gewinnung des natürlichen Karminsäurefarbstoffs gezüchtet. Der Cochinealanbau wurde auf den Kanarischen Inseln ab 1830 eingeführt

Cochenilleschildlauszucht Kanaren
Cochenilleschildlauszucht Kanaren.
Foto: © Hans Diego Rose

Cochenilleschildlauszucht Kanaren

Die Cochenilleschildlaus kommt ursprünglich aus Zentral- und Südamerika und wird zur Gewinnung des natürlichen Karminsäurefarbstoffs gezüchtet. Der Cochinealanbau wurde auf den Kanarischen Inseln ab 1830 eingeführt. Aus den weiblichen Tieren wird Karminsäure gewonnen. Karminsäure ist die Grundlage für die Herstellung des Farbstoffs Karmin. Die rote Farbe der Cochenille-Läusen wird für rote Lippenstiften und früher für das Getränk Campari verwendet. Seit der Entwicklung synthetischer Farbstoffe ist die Verwendung von Cochenille und Karmin jedoch stark gesunken. Die Farbe variiert von dunkelgrau, rot bis schwarz. Das Weiße stammt von den Resten des Baumwollwachses, das das Granulat schützt.



Cochinealanbau auf den Kanarischen Inseln

Der Cochinealanbau auf den Kanarischen Inseln wurde ab 1830 eingeführt, als nach einer Krise die Gewinnung von Zucker und Wein unrentabel wurde. Der Boom fällt mit dem Aufstieg der Textilindustrie in Europa und deren Nachfrage nach Farbstoffen zusammen. Der Cochinealanbau ist einfach und das Klima auf den Kanaren ideal. Vom ersten Moment an und aufgrund des günstigen Klimas der Inseln verbreitete sich der Anbau rasch. Das goldene Zeitalter der Schildlaus waren die Jahre zwischen 1845 bis 1866. 1869 hatte die Produktion ihren Zenit erricht. Hauptabnehmer war England gefolgt von Frankreich. Die Cochenille wurde zur Zweitwährung womit in den Geschäften gekauft (getauscht) werden konnte. 1846 fand sich auf Teneriffa kaum noch ein Fleck auf dem der Cochinealanbau nicht betrieben wurde. Um so heftiger der Schlag als der natürliche Farbstoff Cochenille praktisch über Nacht durch künstliche Anilin-Farben ersetzt wurde. 1870 brach der Handel zusammen. Hofnungslosigkeit und Armut führten zu einer neuen Auswanderung.

Gefahr der Monokultur

Die regionale Konzentration auf ein Produkt (Monokultur) brachte nach deren Zusammenbruch den Kanaren schwere Zeiten. Die Auswanderungswellen erreichten nach dem wirtschaftlichen Niedergang der Zuckerproduktion, des Weinanbaus und des Cochinealanbaus jeweils Höchstwerte. Heute ist mit dem Tourismus eine neue Abhängigkeit entstanden.

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