Geschichte der ETA Gesellschaft in Spanien

Die ETA hat der Gewalt 2011 abgeschworen. Aber erst 2018 erklärte die baskische Terrororganisation ihre Auflösung. Die ETA stand über Jahre für Gewalt, Terror und Mord

Geschichte der ETA
Geschichte der ETA.
Foto: © Hans Diego Rose

ETA: Anschläge, Angst und Terror

Ich erinnere mich gut an die Zeit, als wir uns mit Unbehagen an öffentlichen Plätzen aufhielten. Jederzeit musste mit einen Anschlag gerechnet werden. Seit 2011 ist die ETA nicht mehr aktiv. Vergessen ist ihr Terror aber nicht.



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Geschichte der ETA

Der Weg von den Freiheitskämpfern gegen die Franco-Diktatur und für die Freiheit des Baskenlandes zur baskischen Terrororganisation.

1936 - 1939 - Kampf der Basken im Spanischen Bürgerkrieg für die Republik und gegen General Francisco Franco.

1953 - Nach der Machtübernahme des Diktators Francisco Franco gründet sich 1953 die radikale Studentengruppe Ekin (Handeln).

1959 - Aus der Ekin geht die linksstehende Befreiungsorganisation ETA hervor. Die Ekin wird erst am 4 Juli 2011 aufgelöst.

1968 - Ermordung des Polizeikommissars Melitón Manzanas González, geboren 1906 in Donostia-San Sebastián. González war Kollaborateur der Gestapo während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 und Folterer in der Brigada Político-Social de Guipúzcoa in der Zeit der Diktatur unter Francisco Franco.

1973 - Ermordung des Ministerpräsidenten und Franco-Nachfolgers Luis Carroro Blanco durch einen Bombenanschlag in Madrid.

1975 - Franco stirbt und Spanien wird eine Demokratie. Eigentlich wäre es der richtige Zeitpunkt für die ETA nun neue Wege zu gehen.

1979 - Mit dem neuen Autonomiestatut von 1979 erhält das Baskenland weitgehende Selbstverwaltung. Die baskische Sprache Euskara wird gleichberechtigte Amtssprache. Das Baskenland bekommt weitgehende Steuerautonomie. Die Loslösung von Spanien bleibt jedoch erklärtes Ziel zahlreicher Basken.

1980er Jahre - Die ETA richtet ihre Anschläge zunehmend gegen Zivilisten und verliert zunehmend an Rückhalt in der Bevölkerung Spaniens.

1983 - 1987 - Der Fall GAL. Bei der Bekämpfung der ETA wurden mit der GAL rechtsstaatliche Prinzipien außer Kraft gesetzt. Die GAL war eine verdeckt agierende paramilitärische Kampforganisation. Sie war von 1983 bis 1987 als Todesschwadronen in Spanien und Frankreich aktiv. Das definierte Ziel dieser Grupos Antiterroristas de Liberación war Terror mittels Terror zu bekämpfen. Im Skandal war die PSOE-Regierung verwickelt.

1997 - Ermordung des Stadtrats der konservativen Partei PP. Beginn der Anti-ETA-Bewegungen. Auf landesweiten Demonstrationen gehen über 6 Mio. Spanier mit dem Ruf "Basta ya" ("Es reicht") auf die Straßen.

2002 - Verbot des politischen Arms der ETA - Herri Batasuna.

2007 - Bombenanschlag auf dem Madrider Flughafen Barajas. Damit brach die ETA ihre vor neun Monaten verkündete "dauerhafte Waffenruhe". Die ETA beginnt bei baskischen Unternehmen eine Revolutionssteuer zu fordern und droht bei Nichtzahlung mit Entführung und Mord.

2011 - Die ETA schwört der Gewalt ab - löst sich aber nicht auf. Vielleicht spielt sie aber nur auf Zeit und wartet einen für sie günstigen Zeitpunkt.

2018 - Die im eigenen Volk isolierte ETA löst sich auf.

Das Eingangsfoto oben zeigt eine Versammlung in Bilbao für ein freies Baskenland im Jahr 2008.

Verständnis aber keine Entschuldigung

Die Unterdrückung des baskischen Volkes in der Franco-Diktatur durch die paramilitärische Polizei Guardia Civil und der Fall Gal wecken Verständnis für den Wunsch nach Loslösung des Baskenlandes. Für menschenverachtenden Terror und Morde gibt es jedoch keine Entschuldigung.

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Schlagworte: Geschichte, ETA, Spanien, Baskenland, baskisch, Terror, Gewalt, Mord

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