Gotische Architektur in Spanien Architektur und Baustile

Fotoreise mit Sightseeing: Lernen Sie mit dem Plateresco eine spanische Ausprägungen der Gotik kennen

Gotische Architektur in Spanien
Gotische Architektur in Spanien.
Foto: © Hans Diego Rose

Gotische Architektur in Spanien

Das Mittelalter wird gerne als eine finstere Periode dargestellt. Aber nicht nur die Architektur und die Kunst der gotischen Kathedralen zeigen, dass das Leben im Mittelalter trotz Pest, Hexenverfolgung und religiösen Wahn auch hell, heiter und sonnendurchflutet sein konnte. Das Mittelalter war eine Epoche der zum Himmel strebenden Architektur. Beeindruckende Zeugnisse sind die hohen Kirchtürme und die farbig leuchtenden Buntglasfenstern mit teilweise erotischen Inhalte sakraler Bauwerke. Viele gotische Kathedralen wurden über mehrere Jahrhunderte hinweg gebaut. Viele blieben jedoch unvollendet. Auch das ein Symbol für das ewige Suchen nach Vollendung.

Das Eingangsfoto zeigt die gotische Kathedrale von Oviedo.



Das Zeitalter der Gotik in Spanien

Die Gotik löste in Europa den vorherrschenden romanischen Baustil ab. Für eine Zwischenperiode entstanden Bauwerke, die romanische, wie auch gotische Baustile verbanden. Dem romanischen Rundbogen mit seiner erdgebundenen Schwere folgte der gotische und wesentlich filigranere Spitzbogen. Kreuzrippengewölbe erlaubten eine Höhenausdehnung des Kirchenraumes. Die neue Ästhetik der großen und hohen Fensterflächen lösten die harte Wand auf und tauchten das Kircheninnere in ein helles, buntes Licht. Die Fensterflächen wurden in jener Zeit nur zum Teil farbig verglast. Die freien Flächen sollten das Licht ungebrochen und 'rein' in den Kirchenraum einfallen lassen. Es entstand eine neue Architektur der Weite, Höhe und Helle, die dem neuen Lebensgefühl der Zeit entsprach.

Merkmale gotischer Bauwerke

Wichtigstes Kennzeichen gotischer Bauwerke ist der Spitzbogen. Egal ob am Fenster oder am Portal. Fast immer findet sich der Spitzbogen in seinen verschiedenen Ausführungen. Ebenfalls typisch für die Architektur gotischer Kathedralen ist der Eindruck einer sich in die Höhe verlierenden Weite. Dieser Eindruck wurde teils durch eine geschickte optische Illusion - teils aber auch durch Bauelemente wie Säule, Bogen und Rippe - herbeigeführt. Man baute 'himmelswärts'. Eine der auffälligsten Dekorationselemente gotischer Sakralbauten sind ihre Buntglasfenster. In ihnen finden sich Darstellungen aus der Bibel und den Heiligengeschichten.

Puerta de los Apóstoles. Kathedrale von Valencia
Puerta de los Apóstoles. Kathedrale von Valencia.
Foto: © Hans Diego Rose

Bauphasen der Gotik

Die Jahrhunderte währende Bauphase lässt sich an den Sakralbauten wie an kaum einen anderen Gebäudetyp sehr schön ablesen. Von der Romanik, Gotik zur Renaissance und des Barock, finden sich in vielen Kathedralen verschiedene Bauelemente und Baustile.

Der gotische Stil, der immerhin 400 Jahre in Europa dominierte, wird in drei Stilphasen beziehungsweise Perioden unterschieden:

Frühgotik
Typisch für die Frühgotik sind die Lanzettfenster (Lanzettbogen) als eine Sonderform des Spitzbogenfensters.

Hochgotik
Typisch für die Hochgotik ist der Einbau geometrischer Ornamente innerhalb des Fensterbogens und die Einteilung der Fenster mit vertikale / horizontale Verstrebungen (Stabwerk / Querholme).

Spätgotik
Hier sind die Maßwerkformen noch aufwendiger gestaltet. Typische Formen sind die Fischblase die teils miteinander verschlungen sind und dann als Zwei-, Drei- oder Vierschneuß bezeichnet werden. Typisch für die Spätgotik ist der Einsatz des Spitzbogens zum Kielbogen.

Nationale Ausprägung
In der Spätgotik kam es zu unterschiedlichen nationalen Ausprägungen der gotischen Architektur. Ein Grund war das Klima in dem das Bauwerk errichtet wurde. In Spanien wurden die Fenster wegen der Hitze und der Sonne häufig kleiner gebaut als im kalten und regnerischen England. Man unterscheidet in:

Englische Gotik (Perpendicularsyle)

Gotik in Frankreich (Flamboyant-Stil)

Gotik in Deutschland (Sakralbaukunst der Hallenkirchen)

Gotik in Spanien (Plateresker Stil bzw. Platerekenstil)

Plateresker Stil

Auch in Spanien entstand eine nationale Ausprägung der Gotik. Wobei man sich zuerst an Frankreich orientierte und erst später seinen eigenen Stil herausarbeitete. Die Spätgotik brachte in Spanien den Plateresken Stil hervor. Das Wort stammt aus dem spanischen Wort für Silberschmied, 'platero'. Der Platereskenstil bestand vom Ende des 15. bis zum 16. Jahrhunderts. Typisch für den Platereskenstil ist eine überreiche sowie kleinteilige Dekoration, die eher an feine Metallarbeiten erinnern. Der Platareske Stil ist eine Vereinigung der (a.) Spätgotik, des (b.) Mudejar-Stil (maurische Kunst) sowie der (c.) italienischen Frührenaissance.

Anzeige
Reisebegleitung Fotoreisen 2018 / 2019
Einzelreisende oder bis 3 Teilnehmer



Rubrik:
Schlagworte: Gotische, Architektur, Spanien, Fotoreise, Sightseeing, Plateresco, Frühgotik, Hochgotik, Spätgotik, Plateresk

Nach oben

Autor / Publikation

Veröffentlicht:
Aktualisiert:

Schließen