Milchstraße fotografieren Teide, Teneriffa

Der perfekte Ort und die richtige Jahreszeit um auf dem Teide die Milchstraße und deren Sterne zu fotografieren

Milchstraße auf dem Teide fotografiert
Milchstraße auf dem Teide fotografiert.
Foto: © Hans Diego Rose

Klima und Landschaft

Teneriffa gilt neben Hawaii und der Atacama-Wüste in Chile (Südamerika) als eine der besten Standorte um die Milchstraße zu fotografieren. Eine geringe Lichtverschmutzung, ganze 300 Tage freie Sicht im Jahr, die Höhe des Inselvulkans mit über 3700 Metern, die isolierte Lage im Atlantik und die nur etwa 4 Stunden Flugdauer von Deutschland sprechen für die Kanareninsel. Die Monate Juni, Juli und August sind ideal. Dann ist die Milchstraße fast die ganze Nacht über zu erblicken. Dagegen bleibt das Zentrum der Milchstraße, von Oktober bis Ende März, hinter der Erdkrümmung unsichtbar.

Juli 2019 war ich wieder auf Teneriffa um die Milchstraße aufzunehmen. Inzwischen fliege ich regelmäßig auf diese Kanareninsel. Es wurde also mal Zeit über dieses Reiseziel zu schreiben. Teneriffa hat viele Vorteile. Die Kanareninsel bietet ganzjährig zumeist gutes Wetter. Das gilt jedoch nur für den Süden und den Teide. Vor allem im Norden dominieren bis Mittag häufig dicke graue Wolken und miesepetriger Nieselregen die Landschaft. Grau ist es aber nur unter der Wolkendecke, die von den Einheimischen als Eselsbauch („panza de burro“) bezeichnet wird. Über der Decke, wenige Höhenmeter weiter in Richtung Teide, scheint die Sonne. Das ist zumeist ganzjährig der Fall. Dieser Wechsel von Sonne und Hitze, zu Wolken und Feuchtigkeit, ist angenehm und ein Grund für die unterschiedlichen Klima- und Vegetationszonen.

Teneriffa ist eine schöne Insel. Der Süden heiß und wüstenartig karg. Die meisten Gäste sind von dieser Kargheit etwas schockiert wenn sie aus den Flieger steigen und nach Médano fahren. Das Teno-Gebirge und das neblige Anaga-Gebirge bieten dagegen eine wunderbare Vegetation. Das gilt auch bis zur Waldgrenze unterhalb der Cañadas. Darüber dominieren schroffe Lava-Felder und vulkanische Gesteinsformationen. Diese werden nur noch vom Pico del Teide und der Milchstraße überragt.



Atlantik und Milchstraße

Teneriffa ist ein Paradies für die Freunde der Milchstraßenfotografie. Der unglaubliche Sternenhimmel ist auch der Grund weshalb ich regelmäßig Einzelpersonen und Gruppen auf den Pico del Teide begleite. Nach etwa 4 Stunden Flug blieben wir auch diesmal für 2 Tage in Médano. Schwimmen im Atlantik und Planespotting vom Hoteldach. In Médano deckten wir uns mit etwa 2 Liter Wasser für jeden Gipfeltag ein. Dann fuhren wir mit dem Mietwagen (etwa eine Stunde) hinauf zum Pico del Teide und erlebten eine Enttäuschung. Anders als sonst war die Luft nicht klar sondern vom Calima (Sandwind aus Afrika) trübe. Abends kamen sogar einige hohe Wolken auf. Dafür war die Nacht so warm, das ich mich mitten in der Caldera auf den Rücken legte und die einzigartige Stimmung genoss. Am nächsten Tag erkundeten wir die Gegend rund um die Roques de García und fuhren anschließend in die kleine Ortschaft Vilaflor (…).

Die nächsten Nächte kühlten merklich ab. Dafür wurde es sternenklar und die Aufnahmen ein großer Erfolg. Eine kurze Schilderung:

Ab etwa 22 Uhr wurde es nach einem schnellen Sonnenuntergang dunkel. Die ersten Aufnahmen gegen 23 Uhr zeigten aber ein gelbes Glimmen über den Horizont. Also stiegen wir wieder in den Wagen. Um 02 Uhr nachts endlich war der Himmel stockfinster und die Sterne mit der Milchstraße zeigten sich in voller Schönheit. Es hat gleich mehrere Vorteile erst nach Mitternacht hinauszugehen. Die absolute Dunkelheit ist ein Grund. Ein weiterer Grund ist das dann die meisten Fotografen und Besucher wieder weg sind. Viele stören mit ihren Laserpointern und den Scheinwerfern ihrer an- und abfahrenden Autos.

Das richtige Equipment für die Milchstraßenfotografie

Für die Milchstraßenfotografie sind eine gute Kamera und ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv sehr wichtig. Ein standfestes Stativ, eine Taschenlampe mit Rotlicht (ggf. Stirnlampe) und ein Laptop zur Nachbearbeitung gehören weiterhin zur Ausrüstung. Da ich den Flug mit Handgepäck unternahm, war nur ein Ministativ mit im Koffer. Damit kam ich ganz gut zurecht.

Sternwarte auf den Vulkan Teide, Teneriffa
Sternwarte auf den Vulkan Teide, Teneriffa.
Foto: © Hans Diego Rose

Astronomieprogramm zum Verstehen der Bewegung von Sternen und Milchstraße

Die Bewegung der Milchstraße über den Pico del Teide läßt sich über das kostenlose und quelloffene Astronomieprogramm Stellarium nachvollziehen. Die Reisezeit und den Teide als Standpunkt eingeben und man sieht die Milchstraße über den Nachthimmel wandern.

Sonnenuntergang in der Caldera Teide, Teneriffa
Sonnenuntergang in der Caldera Teide, Teneriffa.
Foto: © Hans Diego Rose

Reiseziel für Fotografen

Landschaft und Milchstraße sind überwältigend. Mit etwa 4 Flugstunden ist das Reiseziel erreicht. Der Vulkan Teide ist der perfekte Ort um zur richtigen Jahreszeit die Milchstraße zu fotografieren. Eine Empfehlung - auch für ein verlängertes Wochenende

Workshop: (Nr. S-004)
Schlagworte: Milchstraße, fotografieren, Teide, Teneriffa, Jahreszeit

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