Fotokurs auf Teneriffa, Teide Milchstraße fotografieren

Der perfekte Ort und die perfekte Jahreszeit, um das Band der Milchstraße und die Sterne auf dem Teide zu fotografieren. Ein Fotokurs für Hobbyfotografen und Fotografie-Einsteiger mit In­teresse an Nachtaufnahmen auf einem Inselvulkan

Milchstraße auf dem Teide fotografiert
Milchstraße auf dem Teide fotografiert.
© H.D. Rose / Bildlizenz

Klima und Landschaft

Teneriffa ist neben Hawaii und der Atacama-Wüste in Chile (Südamerika) eine der besten Orte um die Milchstraße zu fotografieren. Eine geringe Lichtverschmutzung, 300 Tage freie Sicht im Jahr, die Höhe des Inselvulkans mit über 3700 m, die isolierte Lage im Atlantik und die von Deutschland aus nur etwa 4 Stunden Flugdauer, sprechen für die Kanareninsel. Die Monate Juni, Juli und August sind ideal. Dann ist die Milchstraße fast die ganze Nacht über sichtbar. Dagegen bleibt das Zentrum der Milchstraße von Oktober bis Ende März hinter der Erdkrümmung versteckt.

Anfang Mai 2021 war ich wieder auf Teneriffa, um die Milchstraße zu fotografieren. Mittlerweile fliege ich regelmäßig auf diese faszinierende Kanareninsel (spanisch Islas Canarias). Höchste Zeit also, über dieses Reiseziel zu schreiben. Die Vulkaninsel verfügt über viele Natursehenswürdigkeiten und bietet in der Regel das ganze Jahr über gutes Wetter. Das gilt allerdings nur für den Süden und dem Pico del Teide. Vor allem im Norden bestimmen dicke, graue Wolken und Nieselregen oft bis zum Mittag das Wetter. Grau ist es aber nur unter der Wolkendecke, die von den Einheimischen Eselsbauch ("panza de burro") genannt wird. Oberhalb dieser Decke, ein paar Höhenmeter, auf dem Teide, herrscht fast Sonnengarantie. Dieser Wechsel von Sonne und Hitze zu Wolken und Feuchtigkeit ist einer der Gründe für die unterschiedlichen Klima- und Vegetationszonen der Insel.

Teneriffa liegt vor der Küste Westafrikas und ist die größte Insel der Kanarischen Inseln. Der Süden ist heiß und wüstenartig karg. Wer die Kanareninsel Teneriffa zum ersten Mal besucht, mag von dieser Kargheit schockiert sein. Das Teno-Gebirge und das nebelverhangene Anaga-Gebirge hingegen bieten eine wunderbare Vegetation. Das gilt auch bis zur Baumgrenze unterhalb der Cañadas. Darüber dominieren schroffe Lavafelder und vulkanische Felsformationen. Für uns Sternenfreunde ist die herrliche Milchstraße, die sich wie ein Band über den Pico del Teide wölbt, der Höhepunkt dieser Kanareninsel.



Atlantik und Milchstraße

Teneriffa ist ein Paradies für die Freunde der Milchstraßenfotografie. Der unglaubliche Sternenhimmel ist auch der Grund, warum ich regelmäßig Einzelpersonen und Gruppen auf den Pico del Teide begleite. Nach einem etwa 4-stündigen Flug blieben wir auch dieses Mal 2 Tage in Médano. Schwimmen im Atlantik und Planespotting vom Hoteldach aus. In Médano deckten wir uns mit etwa 2 Litern Wasser für jeden Gipfeltag ein. Dann fuhren wir mit dem Mietwagen hinauf zum Pico del Teide (ca. eine Stunde) und erlebten eine Enttäuschung. Anders als sonst war die Luft nicht klar, sondern durch den Calima (Sandwind aus Afrika) bewölkt. Am Abend zogen sogar einige hohe Wolken auf. Aber die Nacht war so warm, dass ich mich in der Mitte der Caldera auf den Rücken legte und die einzigartige Atmosphäre genoss. Am nächsten Tag erkundeten wir die Gegend um die Roques de García und fuhren dann in die kleine Stadt Vilaflor (…).

In den nächsten Nächten kühlte es merklich ab. Aber es wurde sternenklar und die Aufnahmen waren ein großer Erfolg. Eine kurze Beschreibung:

Ab etwa 22 Uhr wurde es nach einem schnellen Sonnenuntergang dunkel. Aber die ersten Aufnahmen gegen 23 Uhr zeigten ein gelbes Glühen über dem Horizont. Also genossen wir einfach die Nacht auf dem Vulkan. Endlich um 2 Uhr nachts war der Himmel stockdunkel und die Sterne der Milchstraße zeigten sich in voller Schönheit. Es hat mehrere Vorteile, nach Mitternacht rauszugehen. Die absolute Dunkelheit ist ein Grund. Ein weiterer Grund ist, dass die meisten Fotografen und Besucher weg sind. Viele stören mit Laserpointern oder Taschenlampen. Zudem nerven die Scheinwerfer der ankommenden und abfahrenden Autos.

Equipment für die Milchstraßenfotografie

Eine gute Kamera (APS-C, Voll- oder Mittelformat) und ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv sind für die Milchstraßenfotografie sehr wichtig. Ein stabiles Stativ, eine Taschenlampe mit Rotlicht (ggf. Stirnlampe), warme Kleidung und Wanderschuhe gehören ebenfalls zur Ausrüstung. Für die zeitnahe Nachbearbeitung der Milchstraßenfotos empfiehlt es sich, einen Laptop mitzunehmen. Da ich den Flug mit Handgepäck unternahm, war nur ein kleines Mini-Stativ mit dabei. Damit kam ich ganz gut zurecht.

Sternwarte auf den Vulkan Teide, Teneriffa
Sternwarte auf den Vulkan Teide, Teneriffa.
© H.D. Rose / Bildlizenz

Astronomieprogramm Tipp

Die Bewegung der Milchstraße über den Pico del Teide läßt sich über das kostenlose Astronomieprogramm Stellarium nachvollziehen. Dazu einfach den Beobachtungszeitraum und den Teide als Standpunkt eingeben.

Das Teide Observatorium ist Wissenschaftlern aus aller Welt ein Begriff. Es liegt auf 2400 m Seehöhe auf dem Berg Izaña (Observatorio de Izaña) und hat sich auf Sonnenbeobachtung spezialisiert.

Blick zum Vulkan Teide, Teneriffa
Blick zum Vulkan Teide, Teneriffa.
© H.D. Rose / Bildlizenz

Fazit: Sterne und Milchstraße fotografieren

Ich fliege regelmäßig nach Teneriffa. Daher kann ich Ihren Fotokurs ganz nach Ihren Vorstellungen individuell gestalten.

Transport: Von Basel aus erreichen wir in etwa 4 bis 5 Flugstunden den Flughafen Teneriffa-Süd (TFS oder span. Aeropuerto de Tenerife Sur Reina Sofía). Die Buslinie 111 fährt nach Santa Cruz de Tenerife (Haltestelle: „Intercambiador Santa Cruz“). Das Taxi vom Flughafen nach Santa Cruz de Tenerife kostet, vor allem am Wochenende oder nachts, einiges mehr. Um vom Airport auf dem Pico del Teide zu gelangen, ist ein Mietwagen sinnvoller.

Update: Start- und Endpunkt ist jeweils der Parador de Cañadas del Teide. Einsteigern mit oder ohne Grundkenntnissen empfehle ich eine Kursdauer von 2 bis 3 Tagen oder Nächte.

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