Recht am eigenen Bild Foto-Praxis: Fotokurs

Das Recht am eigenen Bild, Bildnisrecht, ist auch in Spanien ein Persönlichkeitsrecht. Die Zahl der Gerichtsverfahren ist in den letzten Jahren angestiegen

Recht am eigenen Bild
Recht am eigenen Bild.
Foto: © Hans Diego Rose

Recht am eigenen Bild

Schon der Versuch eine Person ohne ihre Zustimmung zu fotografieren kann in Spanien juristischen Ärger einbringen. Ganz gleich für welchen Zweck die Aufnahme gedacht ist. Bei Polizei und Militär existieren für den normalen Fotografen sogar Fotografier-Verbote. Ausgenommen ist nur die Presse im Rahmen ihrer Berichtserstattung (Pressefreiheit). Für Fotografen sollte daher gelten: Sobald das Persönlichkeitsrecht einer Person gefährdet ist, sollte dies mit dem Fotografierten vorab geklärt werden. Das gilt natürlich umso mehr für Kinder (Eltern fragen). Extreme Nahaufnahmen, die vielleicht nur den Mund oder die Augen zeigen sind zwar möglich, allerdings sollte die fotografierte Person nicht erkennbar sein - anonymisierte Darstellung. Zudem sollte die Aufnahme ohne lange Diskussion gelöscht werden, wenn die fotografierte Person sich beschwert. Besser ist es jedoch zuerst nach der Erlaubnis zu fragen. Ein generelles Recht zur Veröffentlichung oder einer kommerziellen Verwertung leitet sich aus dieser mündlichen Zusage jedoch nicht ab.



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Fotografieren von Personen in privaten Situationen

Das unerlaubte Fotografieren von Personen in privaten Bereichen ist in Spanien strafbar. So ist es verboten heimliche Aufnahmen von Personen in 'gegen Einblick geschützten Räumen' oder bei 'persönlichen Handlungen', zum Beispiel Umkleidekabine, Toilette, eigene Wohnung oder Anwesen, aber auch bei sexuellen Handlungen in der Öffentlichkeit, anzufertigen. Dazu zählen im Übrigen auch Aufnahmen am Strand, da hier ein intimer Bereich (Nacktheit) betroffen ist. Schon der Versuch ein Foto zu machen, kann eine Gerichtsverhandlung zur Folge haben, wenn das Persönlichkeitsrecht des Fotografierten berührt wird.

Stichpunkt: Erkennbarkeit einer Person

Hier kommen zwei Bereiche zusammen. Einmal spielt es keine Rolle ob die fotografierte Person sich in einer Gruppe befindet oder nicht. Zweitens ist eine Erkennbarkeit auch dann gegeben, wenn die fotografierte Person durch besondere Merkmale erkennbar ist. Letzteres kann ein Autokennzeichen, die Bootsnummer oder ein individuelles Tattoo sein. Erst wenn sich die Person (Personen) im Hintergrund befindet, dass sie nur noch als 'Beiwerk' wahrgenommen wird, liegt kein Personenbildnis mehr vor.

Hausrecht

Gerade von Feiern und Feste werden gerne Aufnahmen veröffentlicht. Hier muss zuvor der Veranstalter seine Einwilligung geben.

Foto-Praxis

Wenn Sie eine Aufnahme kommerziell nutzen möchten lassen Sie sich vom Fotografierten ein Model Release unterschreiben. Oder geben Sie ihm eine 'Hand-Out-Card' mit Ihrer Adresse bzw. notieren Sie sich die Adresse des Fotografierten. Dann kann sich der Fotografierte mit Ihnen in Kontakt setzen. Gehen Sie auf Nummer sicher und veröffentlichen Sie ein Personenbildnis nur dann, wenn Sie über eine schriftliche Erlaubnis verfügen. Planen Sie keine Veröffentlichung reicht auch die freundliche Frage und die mündliche Zusage. Damit ersparen Sie sich feindliche Reaktionen, sollten Sie beim Fotografieren erwischt werden.

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Rubrik:
Schlagworte: Recht am eigenen Bild, Spanien, Bildnisrecht, Personenbildnis, Persönlichkeitsrecht

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