Selbständigkeit in Spanien Gesellschaft in Spanien

Wie Sie als Ausländer sich in Spanien selbständig machen können. Kosten und Unterlagen zur Gewerbeanmeldung

Selbständigkeit in Spanien
Selbständigkeit in Spanien.
Foto: © Hans Diego Rose

Selbständigkeit in Spanien

Für Spanische Staatsbürger, die ihre Selbständigkeit (Gewerbe) in Spanien anmelden möchten, reduziert sich der Vorgang auf zwei Schritte. Erstens die Registrierung bei der IAE (Impuesto de Actividades Económicas). Zweitens die Anmeldung bei der Sozialversicherung. Für Ausländer (Deutsche und andere EU-Bürger), kommen trotz EU-Freizügigkeit, weitere Schritte hinzu.



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Aufenthaltserlaubnis in Spanien

Bevor Sie in Spanien ein Gewerbe anmelden können benötigen sie die NIE (= Número de identificación de Extranjeros). Dabei handelt es sich um eine Ausländeridentifikationsnummer die Sie innerhalb von 3 Monaten nach der Einreise in Spanien beim Ausländeramt oder bei einer Polizeistelle zu beantragen haben. Sie benötigen einen Reisepass oder Personalausweis und zahlen eine Gebühr. Daraufhin erhalten Sie einen Eintragungsnachweis mit der NIE. Damit sind Sie in das Zentrale Ausländerregister eingetragen.

Schritte zur Selbständigkeit in Spanien

Um als Selbstständiger (Trabajador autónomo) in Spanien eine gewerbliche Tätigkeit auszuüben, müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein und folgende Behördengänge und Formalitäten erledigen:

Gewerbeanmeldung
Alta en Impuestos sobre Actividades Económicas
Diese erhalten Sie bei der Steuereinzugsstelle SUMA. Wichtig ist, dass Sie dabei bereits über die NIE verfügen. Ausgehändigt bekommen Sie bei der Gewerbeanmeldung den Zahlungsbescheid über die Gewerbesteuer.

Zahlungsbescheid über die Gewerbesteuer
Impuesto sobre Actividades Económicas, IAE
Die Höhe der zu entrichtenden Gewerbesteuer (Grundtarife) richtet sich nach Region und Branche. Zahlbar innerhalb der nächsten 14 Tage.

Anmeldung beim örtlichen Finanzamt
Agencia Tributaria
Hier werden Ihre Umsatz-, Einkommen- und Lohnsteuer festgelegt. Die Voranmeldungen sind Vierteljährlich abzugeben. Bei Ihrer Anmeldung müssen Sie eine Erklärung über den Beginn der Tätigkeit (Declaración Censal de Inicio de Actividad) abgeben und erhalten dann die N.I.F (Steueridentifikationsnummer / número deidentificación fiscal). Nicht zu verwechseln mit der N.I.E. Infos: www.aeat.es oder: www.minhac.es

Anmeldung der Pflichtversicherung für Selbständige
Seguridad Social para Autónomos
Die Ammeldung erfolgt bei der Sozialversicherungsanstalt (Delegación de la Seguridad Social). Infos: www.seg-social.es

Betreiben Sie ein Lokal mit Publikumsverkehr benötigen Sie die städtische Eröffnungsgenehmigung (Licencia de Apertura).

Beratung über die Handelskammern

Verfügt die Branche in denen Sie arbeiten möchten über eine Kammer (Colegio Oficial) müssen Sie sich, um die Tätigkeit ausüben zu dürfen, einschreiben. Informationen erhalten Sie bei den Berufsverbänden (Asociaciones profesionales) sowie den Gewerkschaften (Sindicatos). Anmeldungen und Formulare sind im typischen 'verwaltungsspanisch' geschrieben und schwer zu verstehen. Die Handelskammern (Cámaras de Comercio) helfen unter Umständen weiter - können aber keine Beratung ersetzen. Dies können Beratungsagenturen (Gestorías).

Kostenpauschale für Selbständige

Die staatlichen Gebühren wurden in Spanien für Selbständige gesenkt. In den ersten sechs Monaten fallen pauschal 50 € pro Monat (Stand: 2017) an. Dannach erhöhen sich diese sukzessive bis auf 275 € / Monat. Dazu kommt der Sozialversicherungsbeitrag von 7% bis 15% Ihrer Einnahmen. Kosten für den Steuerberater ab 50 € / Monat. Die Rückerstattung der Mehrwertsteuer die Sie Ihren Kunden zuvor auf Ihrer Rechnung berechnet haben. Kosten für Wasser, Strom, Internet, Büromiete (…). Die staatlich Pauschalgebühr ist also nur ein kleiner Teil der Kosten die Ihnen entstehen.

Mein Tipp
Wenn möglich, d.h. wenn Se nicht auf Dauer einer gewerblichen Tätigkeit in Spanien nachgehen, sollten Sie sich in Deutschland anmelden und von Deutschland aus in Spanien aktiv werden. Weisen Sie Ihre Rechnungen netto (ohne Umsatzsteuer) aus. Ist der Empfänger ein Unternehmer muss er die Mehrwersteuer an den spanischen Staat abführen. Ist er kein Unternehmen, müssen Sie die Umsatzsteuer abführen. Anders als in Deutschland existiert in Spanien kein Kleinunternehmerreglung. Die Mehrwertsteuer ist damit in jedem Fall abzuführen.

Disclaimer / Haftungsausschluss
Bitte beachten Sie, dass ich/wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erhebe/n. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben gegebenenfalls veraltet sein.

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Rubrik:
Schlagworte: Selbständigkeit, Spanien, Kosten, Unterlagen, Gewerbeanmeldung, Gewerbe, NIE, Behörde, IAE, N.I.F, Handelskammer

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