Vorromanik, Präromanik in Asturien Architektur und Baustile

Die vorromanische asturische Präromanik entstand im 9. Jahrhundert im nordspanischen Königreich Asturien

Vorromanik, Präromanik in Asturien
Vorromanik, Präromanik in Asturien.
© Hans Diego Rose

Vorromanik, Präromanik in Asturien

Die Vorromanik oder Präromanik in Asturien ist eng mit der Rückeroberung (Reconquista) Spaniens verwoben. Um diese Entwicklung in der Baukunst nachvollziehen zu können ist ein gewisses Maß an Kenntnis der Geschichte und der Reconquista Spaniens notwendig.

Die Aufnahme oben zeigt das präromanische Bauwerk Santa Maria del Naranco bei Oviedo.



Geschichtlicher Hintergrund

Nach der arabischen Invasion flohen viele Goten in die unzugänglichen Bergregionen Nordspaniens. In Asturien und Kantabrien bildeten sich unter dem romanisierten westgotischen Führer Pelayo zwei wichtige Zentren des Wiederstandes. Im Jahr 722 besiegte Pelayo die Araber in der 'Schlacht' von Covadonga. Dieses Datum gilt allgemein als der Beginn der Rückeroberung (Reconquista) und als Geburtsstunde für das asturische Reich als erster christlicher Staat nach der arabischen Eroberung der Iberischen Halbinsel.

Wichtige Bauwerke asturischer Vorromanik

Santa Maria del Naranco - Etwa 4 Kilometer von Oviedo (Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Fürstentum Asturien) steht am Südhang des Monte Naranco eines der bedeutendsten Bauwerke der spanischen vorromanischen Architektur. Erbaut unter König Ramiro I. um 842. Die Funktion des Gebäudes ist unklar. Vermutungen gehen in Richtung Palast, Kirche, königlicher Pavillon oder königliche Halle. Das Gebäude verfügt über einen rechteckigen Grundriss und gliedert sich in zwei Ebenen. In der unteren Ebene befindet sich die Krypta. In der oberen Ebene eine zur Front hin geöffnete und durch eine Außentreppe erreichbare Halle.

Iglesia de San Miguel de Lillo - Die präromanische Kirche San Miguel de Lillo wurde um 842 von König Ramiro I. errichtet. Sie befindet sich nur wenige Meter vom präromanischen Bauwerk Santa Maria del Naranco entfernt. Der vorhandene Teil entspricht etwa einem Drittel des ursprünglichen Gebäudes. Der nicht mehr existierende Teil stürzte im Mittelalter ein. Erhalten blieb der ursprüngliche Portikus mit den sehenswerten Reliefplatten der Portallaibung und Teile des ursprünglichen Kirchenschiffs.

Santa Maria del Naranco und San Miguel de Lillo können (und sollten) über eine Führung besichtigt werden.

Transenna: Iglesia de San Miguel de Lillo
Transenna: Iglesia de San Miguel de Lillo.
© Hans Diego Rose

Cámara Santa - Die Cámara Santa (Heilige Kammer) wurde im Jahr 812 errichtet und war ein Teil der Palastanlage des asturischen Königs Alfons II. dem Keuschen. Sie ist in die Kathedrale San Salvador von Oviedo integriert. In der Cámara Santa sind wertvolle asturische Kunstwerke aufbewahrt. Darunter das Kreuz der Engel (Symbol der Stadt Oviedo), die Arca santa de Oviedo, das Siegeskreuz (…). Die Cámara Santa verfügt über einen rechteckigen Grundriss und hat zwei Stockwerke. Im ersten Stockwerk befindet sich die Krypta der Heiligen Santa Leocadia. Im zweiten Stockwerk die Kapelle des Heiligen Santo San Miguel.

San Julián de Los Prados - Die Basilika San Julián de los Prados, auch bekannt als Santullano, ist wahrscheinlich die älteste und die größte der noch erhaltenen vorromanischen Kirchen. Erbaut wurde das Bauwerk unter Alfons II. dem Keuschen (791-842). Die genaue Bauzeit der Kirche ist nicht bekannt. Der Zusatz '(…) de los Prados' lässt darauf schließen, dass das Bauwerk auf offenen Feld außerhalb der Stadtmauern errichtet wurde. Bemerkenswert sind neben dem Gebäude die Wandmalereien im Inneren des Gebäudes

Santa Cristina de Lena - Die präromanische Kirche Santa Cristina de Lena liegt 35 km von Oviedo auf einer Anhöhe über das Tal des Flusses (Río) Lena. Die Bauzeit erfolgte unter Ramiro I. (842-850) bzw. seinem Nachfolger Ordoño I. (850-866). Das genaue Entstehungsdatum ist nicht bekannt. Das Innere besteht aus einem einzigen rechteckigen Kirchenschiff mit vier kleinen rechteckigen Vorsprüngen. Diese bilden Portikus, Kopf- und Nebenräume. Bemerkenswert ist unter andrem die Trennung zum Presbyterium (dem Klerus vorbehaltener Chorraum der Kirche).

San Salvador de Valdediós - Die Kirche San Salvador de Valdediós (Erlöserkirche) - auch als El Conventín (das kleine Kloster) bezeichnet - wurde im Tal Valdediós, neben dem Kloster Santa María de Valdediós, etwa 40 Kilometer von Oviedo als Palastkapelle errichtet. Erbaut unter der Regentschaft König Alfonso III. und im Jahr 893 geweiht. Bei dem außergewöhnlichen Bauwerk handelt es sich um eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit einem Tonnengewölbe und drei Apsiden.

Die genannten Beispiele präromanischer Baukunst wurden in die Liste der UNESCO-Kulturdenkmäler aufgenommen.

Stilepoche asturische Kunst
Die vorromanische oder asturische Kunst entstand ab dem 9. Jahrhundert mit dem Entstehen der asturischen Monarchie. Die einzigartige Formensprache ist eng mit dem ersten christlichen Königreich der Iberischen Halbinsel verbunden.

Die genannten Beispiele lohnen den Besuch.


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