Blutreinheit in Spanien Geschichte Spanien 1492

Ideologie der Fremdrassigkeit (Limpieza de sangre) gegen Muslime, Juden, Mudejares, Conversos, Sepharden und den Neuchristen (cristianos nuevos) im christlichen Spanien nach der Reconquista unter den Katholischen Königen

Ideologie der Blutreinheit in Spanien
Ideologie der Blutreinheit in Spanien.
© Hans Diego Rose

Blutreinheit in Spanien

Die fadenscheinige gesellschaftliche Ideologie der Fremdrassigkeit (Blutreinheit = Limpieza de sangre), unter den Katholischen Königen im christlich beherrschten Spanien nach der Reconquista, die gegenüber Muslime, Juden, , , und Neuchristen (cristianos nuevos) angewendet wurde, sollte zu einem Pfeiler für die Entstehung einer nationalkatholischen Kirche in Spanien werden (). Nach dem erfolgreichen Abschluss der Reconquista, versprachen die Katholischen Könige zunächst die allgemeine Wahrung der Religionsfreiheit. Die Mauren, die Wiederstand gegen die christlichen Heere geleistet hatten, wurden kurz nach der Übernahme Granada, der Hauptstadt des Sultanats der Naṣriden, aus Spanien verwiesen. Dann aber folgten die Vertreibung der Juden, der Mauren sowie der zum Christentum konvertierten und . Letztere als Judeoconversos (= Marranen oder Marranos) beschimpft. Diese bewusst diskriminierenden Bezeichnungen dienten zur Unterscheidung zwischen Alt- und Neuchristen (cristiano viejo oder cristiano puro gegen die christianos nuevos). Neuchristen wurden generell als 'schlechte Christen' verfemt. Für ein höheres Amt wurde ein Nachweis zur Blutreinheit (estatus de limpieza de sangre) verlangt. Rein und ehrenwert galten Altchristen. Diese mussten über eine altchristliche Abstammung verfügen. Das hieß: (a.) Vorfahren durften keine Juden, Muslime oder Ketzer sein. (b.) Nachweis aus einer legitimen Ehe zu stammen. (c.) Sittlich einwandfrei zu sein und keiner niederen, körperlichen Arbeit nachzugehen. (c.) Von der Inquisition nicht verurteilt worden zu sein. Religion und Rassismus vermischten sich in der Idee der Blutreinheit zu einer unheilvollen Symbiose und zur .



Gründe die zum Idealbild Blutreinheit führten

Beweggründe für das Vorgehen der Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón waren: (a) Spanien gegen die muslimischen Gotteskrieger aus Nordafrika zu einigen. (b.) Mit dem Idealbild des Altchristen den reinen Glauben der Christenheit zu bewahren. (c). Die Bereicherung durch Vertreibung und Enteignung.

Abschaffung der Blutreinheit

Erst in der Spanischen Verfassung von 1837 löste man sich 1865 endgültig von der rassistischen und menschenverachtenden Idee der Blutreinheit.

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