Geschichte und Zeitleiste Spanien Spanien als kultureller Vermittler zwischen Europa und Afrika - Okzident und Orient

Geschichte zu eines der ältesten Siedlungsgebiete Europas. Von der Frühzeit, Altsteinzeit, Römer, Westgoten, Mauren, Reconquista, Imperium, Bürgerkrieg, Diktatur und Demokratie

Valencia, König Jakob I. von Aragón (*1208 - †1276)
Valencia, König Jakob I. von Aragón (*1208 - †1276).
© Hans Diego Rose

Geschichte und Zeitleiste Spanien

Spanien liegt im Spannungsfeld zwischen Afrika und Europa. Zugleich bildet die Iberische Halbinsel seit der Frühzeit eine Brücke zu den Kulturen und Religionen beider Kontinente. Derzeit nehmen die Spannungen kontinuierlich zu. Schuld daran ist die Arbeitslosigkeit und die Gefahr durch den Terror. Ein Blick in die Vergangenheit sollte eine Warnung sein. Geschichte kann sich wiederholen. Hier ein Überblick zur Geschichte Spaniens als eines der ältesten Siedlungsgebiete Europas.



Frühzeit

15.000 - 10.000 vor Christus - Die Höhlenmalereien in Altamira belegen eine Besiedlung durch den Menschen in der Altsteinzeit. Es siedeln Ligurer an der Nordostküste Spaniens. Iberer im Osten und Süden Spaniens. Basken im Norden Spaniens.

Etwa 1.100 vor Christus - Der Süden und der Osten der Iberischen Halbinsel wird durch aus Nordafrika stammende Iberer besiedelt. Die Phönizier landen an der Levante.

1000 - 600 vor Christus - Kelten gelangen über die Pyrenäen auf die Iberische Halbinsel und vermischen sich mit den Iberern.

700 vor Christus - Griechen errichten Städte und Häfen bei Málaga.

Römer, Westgoten, Mauren

600 - 250 vor Christus - Karthager vertreiben die Griechen.

Etwa 200 vor Christus - Mit 'Hispania citerior' und 'Hispania ulterior' errichtet das antike Rom erste römische Provinzen. Hispania wird dem Römischen Reich angegliedert. Aquädukte und Amphitheater entstehen.

Etwa 100 vor Christus - Erste Christianisierung der Iberischen Halbinsel.

Etwa 400 nach Christus - Mit der Völkerwanderung erreichen die Vandalen die Iberische Halbinsel und übernehmen was vom antiken Rom übrig ist. Danach vermischen sich die Vandalen mit der romanisierten Bevölkerung und ziehen weiter nach Afrika.

466 - 484 - Es entsteht das Westgotenreich mit der Hauptstadt Toledo unter dem westgotischen König Eurich. Die 'Codex Euricianus' entsteht.

Gegen 484 - Die Herrschaft der unbeliebten Westgoten wird durch die Mauren beendet. Der westgotische König Roderich fällt in der Schlacht.

7. - 11. Jahrhundert - Maurische Herrschaft. Maurische Kunst, Kultur und Landwirtschaft dominiert das Leben in Spanien. Die Iberische Halbinsel wird arabisch. Das Arabisch mit seinen Varianten zur dominierenden Sprache in Südspanien.

9. Jahrhundert - Um 800 erstarken die neugebildeten christlichen Staaten. Beginn der Legendenbildung durch den Fund der angeblichen Reste des Apostels Jakob in Galicien und Beginn der Pilgerreisen zur Festigung eines christlichen Spaniens.

722 - Der Niedergang der Maurischen Herrschaft beginnt mit dem Sieg des Goten Pelayo in Asturien bei Covadonga über ein kleines maurisches Heer.

Junípero Serra, Franziskaner, Begründer der Stadt San Francisco
Junípero Serra, Franziskaner, Begründer San Francisco.
© Hans Diego Rose

Reconquista und Imperium

718 - 1492 - Entstehung eines christlichen Spaniens. Vereinigung der beiden Hauptreiche Kastilien und Aragón. Vertreibung der letzten Mauren aus Granada im Jahr 1492. Beginn der Inquisition. Verfolgung der Nicht-Christen. Niedergang der Kunst und Kultur in Spanien durch Vertreibung der Mauren und Juden.

1469 - Isabel I. von Kastilien und Fernando von Aragón heiraten. Die Katholischen Könige bilden das Königreich Kastilien.

1492 - Die Mauren verlassen ihre letzte Hauptstadt Granada. Die Reconquista ist damit abgeschlossen und die Iberische Halbinsel christlich. Im gleichen Jahr entdeckt Christoph Kolumbus im Auftrag der Krone die Neue Welt. Spaniens Epoche als Kolonialreich beginnt.

1516 - 1813 - Heirat, Erbschaft und die Kolonien festigen den Anspruch Spaniens als Weltmacht. Das Gold der neuen Kolonien schwächt jedoch zunehmend die Wirtschaft des Landes. In den folgenden Jahren verliert Spanien mehrere wichtige, europäische Kriege und gerät unter französische Fremdherrschaft.

1571 - Seeschlacht von Lepanto. Die türkische Flotte wird von der spanischen Flotte bei Lepanto vernichtet.

1588 - Untergang der Armada. Spanien verliert nicht die Vorherrschaft auf dem Meer. Allerdings ist es der Anfang vom Ende der Weltmacht Spanien. England und Frankreich stehen in der Nachfolge bereit.

1640 - Portugal löst sich von Spanien und erlangt die Unabhängigkeit.

1701 - 1713 - Der spanische Erbfolgekrieg endet mit dem Sieg Philipp V. aus Kastilien. Damit löst das Haus der Bourbonen das Haus der Habsburger ab.

1810 - 1813 - Spanien wird durch die Truppen Napoleons besetzt. Die Fremdherrschaft endet 1813 mit Unterstützung britischer Truppen. Ausrufung der Republik sowie der ersten spanischen Verfassung. Die Monarchie hebt nach einer kurzen Phase der Schwäche Republik und Verfassung wieder auf.

1834 - 1839 - 'Erster Karlistenkrieg'. Krieg zwischen Staat und Kirche (= Monarchisten bzw. Karlisten) zur Verteidigung der Religion und des Klerus. Dagegen stand die liberale Staatsspitze für die Trennung von Kirche und Staat (Idee der Volkssouveränität).

1847 - 1849 - 'Zweiter Karlistenkrieg'. Regionale Konflikte um die Unabhängigkeit Kataloniens. Da die Carlisten in Katalonien zu früh losschlugen blieb der Krieg auf die Region begrenzt.

1847 - 1849 - 'Bürgerkrieg in Spanien'. Jedoch war nicht ganz Spanien betroffen. Deshalb eher ein regionaler Konflikt. Die politischen Lager verhärten sich.

1872 - 1876 - 'Dritter Karlistenkrieg'. Der dritte Karlistenkrieg führte zu weiteren sozialen Unruhen und zu mehreren gleichzeitigen Erhebungen in Spanien. Der dritte Karlistenkrieg gab die Richtung an, in die Spanien bis in die Gegenwart strebt: Bürgerkrieg, Diktatur, der baskische und katalanische Nationalismus bzw. Unabhängigkeitsbestreben.

1890 - Katalonien, Baskenland und Galicien streben nach Autonomie.

1898 - Spanien verliert im Durcheinander seine letzten Kolonien. Es bleiben nur noch die Besitzungen in Nordafrika.

1923 - 1930 - Militärdiktatur und später zivile Diktatur unter General Primo de Rivera. Der Beginn der Zweiten Republik beendet die Militärdiktatur.

1931 - Katalonien, Baskenland und Galicien erhalten Teilautonomie.

Valle de los Caídos. Grabstätte Diktator Francisco Franco
Valle de los Caídos. Grabstätte Diktator Francisco Franco.
© Hans Diego Rose

Bürgerkrieg, Diktatur und Demokratie

1936-1939 - Spanischer Bürgerkrieg und Sieg General Franco.

1939-1975 - Diktatur unter Diktator General Francisco Franco.

1975 - Tod Francos. König Juan Carlos I. leitet die Wende zur friedlichen Demokratisierung des Landes.

1978 - Spanien erhält eine Verfassung und wird parlamentarische Monarchie. Juan Carlos I rettet in seiner Amtszeit mehrmals die Demokratie. So zum Beispiel durch seine Fernsehansprache an das Militär beim Putsch vom Oberstleutnant der spanischen Guardia Civil Antonio Tejero 1981.

1982 - Spanien wird Mitglied der UNO.

1986 - Spanien tritt der Europäischen Gemeinschaft (EG) bei.

1997 - Starkes Wachstum in Wirtschaft und Tourismus. Spanien wird 'Wirtschaftswunderland'.

2004 - Islamistisch motivierte Terroranschläge auf Nahverkehrszüge in Madrid mit 191 Todesopfern.

2004 - Die falsche Darstellungen der Regierung unter José María Aznar (PP) zu den Bombenanschlägen kostet dieser bei der Wahl das Mandat.

2007 / 2008 - Immobilienblase, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit.

2012 - Schulden-, Wirtschaftskrise. Sparkurs der Regierung Rajoy (PP).

2013 - 2014 - Rajoy verliert bei vielen Spaniern an Glaubwürdigkeit.

2014 - König Juan Carlos I gibt in einer Fernsehansage seine Entscheidung bekannt zu Gunsten seines Sohnes Felipe zurückzutreten. Felipe VI wird wenige Tage später neuer König Spaniens.

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