Johanna die Wahnsinnige Geschichte Spanien 1479-1555

Johanna I. von Kastilien (Juana I de Castilla bzw. Juana la Loca). Der Schicksalsweg einer - angeblich - wahnsinnigen Königin am Hof Spaniens

Johanna die Wahnsinnige
Johanna die Wahnsinnige.
© Hans Diego Rose

Johanna die Wahnsinnige

Johanna I. von Kastilien (* 6. November 1479 in Toledo; † 12. April 1555 in Tordesillas) ging in die Geschichte Spaniens als Juana la Loca (Johanna die Wahnsinnige) ein. Von ihren Zeitgenossen wurde sie als sehr hübsch und außerordentlich gebildet beschrieben. Sie war von den Katholischen Königen () erst als drittes Kind zur Thronerbin vorgesehen. Allerdings zeigten sich bei Johanna schon früh erste Anzeichen einer eher leichten psychischen Erkrankung. 1497 heiratete sie mit 18 Jahren Philipp 'den Schönen', den sie mit 16 Jahren kennengelernt hatte und den sie eifersüchtig liebte. Der schöne Philipp war ein Frauenheld, aber ebenfalls - zumindest für die erste Zeit - unsterblich in Johanna verliebt. 6 Kinder sollten aus diese Ehe entstehen. Johanna tat alles um ihren Ehemann von weiteren Frauen fernzuhalten. Letztendlich erfolglos. Sein früher Tod (* 22. Juli 1478 in Brügge; † 25. September 1506 in Burgos) verschlimmerte ihre psychische Erkrankung. Johanna hätte ihr Schicksal wenden können, indem sie sich zur Schlüsselfigur beim Aufstand der Comuneros () gemacht hätte. Sie zeigte sich jedoch in ihrer erneuten Rolle als Regentin unentschlossen. So wurde sie, die rechtmäßige Königin, 1509 im Schloss von Tordesillas, von ihrem Vater Ferdinand II., „der Katholische“ und später nach der Niederschlagung des Comuneros-Aufstandes, von ihren Sohn Karl I. (sp. Carlos V.), bis zu ihren Tod mit 75 Jahren im Jahr 1555, für schreckliche 46 Jahre eingeschlossen.



Dienerin 'asmodeus satan'

Aber war Johanna wirklich wahnsinnig? Immerhin wurde Johanna nicht als Regentin erzogen. Diese Rolle hatte ursprünglich Don Juan, erster Sohn der Katholischen Könige und nach seinem Tod seine ältere Schwester Isabella, übernehmen sollen. Zudem hatte die Katholische Königin Isabella I. von Kastilien, für den Fall ihres Todes zuerst Johanna als Erbin bestimmt, für den Fall das Johanna sterben sollte, jedoch Carlos I. - Johannas Sohn. Wollte man einen männlichen Thronfolger bevorzugen? Oder wollte man nicht das hohe Risiko eingehen, einer offensichtlich psychisch labilen Frau die Macht in die Hände zu geben? Kurz vor ihren Tod beschuldigte man sie sogar von Dämonen ('asmodeus satan') besessen zu sein.

Die angebliche Wahnsinnige

Loca bedeutet eigentlich eher ausgelassen verrückt oder närrisch. Kinder werden in Spanien oft liebevoll als loca (ausgelassenes Mädchen) oder loco (wilder Junge) bezeichnet. Verrückt ist in Spanien eher maníaco. Glaubhafte Thesen scheinen zu belegen, dass Johanna gar nicht so verrückt war, wie sie dargestellt wurde. Sie war sicherlich wechselhaft, zeigte ihre Gefühle, ihre Liebe und Eifersucht ohne Scheu vor den Hof. Vielleicht war sie auch einfach zu exzentrisch für die Gesellschaft und den Königshof. Wahrscheinlich fühlte sie sich nicht verstanden oder missverstanden. Der Tod Philipp, die Ablehnung der Gesellschaft und die Inhaftierung hatten sicherlich fatale Auswirkungen auf ihre Psyche. Irgendwie könnte sie auch eine Sisi (Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern) gewesen sein. Wahrscheinlich wurde sie zum Opfer politischer und religiöser Interessen. In Spanien gilt sie jedenfalls bis heute als Juana la Loca und nicht als Juana la Maníaca. Mögliche Beweise oder Hinweise, wie zum Beispiel die Korrespondenz mit Johanna, wurden von den Königen Fernando, Carlos und später von Felipe II. verbrannt. Der Palast, in der Juana 46 Jahre festgehalten wurde, zerfiel nach ihren Tod und wurde 1773 unter der Herrschaft Carlos III., den Erdboden gleich gemacht. Eine Antwort hätte ihre kleine Tochter Catalina geben können. Sie war bis zu ihrer Abreise und Heirat mit Juan III. von Portugal ihre alleinige Begleiterin. Vielleicht aber erlaubten die Konditionen und Umstände, die zu ihrer Freiheit führten, dies aber nicht.

Nachwort
In der Romantik wurde sie zum Ideal verklärt. Eine Königin die aus Liebe alles verliert. Wahrscheinlich war es jedoch einfach so, dass man keinen schwachen Herrscher auf den Thron lassen konnte und wollte.

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