Jüdisches Leben Geschichte Spanien 711–1492

Jüdisches Leben, Sprache und Musik in al-Andalus. Das nicht immer friedvolle Miteinander zwischen Muslimen, Christen und Juden und ihren monotheistischen Religionen

Jüdisches Leben in Spanien
Jüdisches Leben in Spanien.
© Hans Diego Rose

Jüdisches Leben in al-Andalus

Zur Geschichte Spanien gehört die Geschichte der (Sefarden). Eine jüdische Volksgruppe aus dem Nordreich Israels. Diese fanden im ersten Jahrhundert nach Christi, nach ihrer Flucht vor den Römern, auf der iberischen Halbinsel ihre neue Heimat. Ihre kulturelle und wirtschaftliche Blüte hatten die Sefarden in al-Andalus (711–1492). Die iberisch-jüdische Gemeinden waren nicht besonders geschützt. Dennoch war es um ihre Sicherheit deutlich besser gestellt, als in den von Christen beherrschten Territorien. In den blühenden maurischen Städten al-Andalus entstanden bedeutende Zentren sefardischen (jüdischen) Lebens. Das änderte sich schlagartig, nach der erfolgreichen Reconquista und der Eroberung der letzten muslimischen Herrschaftsbereiche, im Emirat von Granada. 1492 wurden die Sefarden durch das 'Alhambra-Edikt' der katholischen Könige Ferdinand und Isabella sowie des Großinquisitor Tomás de Torquemada gezwungen, Spanien zu verlassen. Für die Sefarden blieben danach zwei Optionen. Als von der Inquisition verfolgt zu werden oder die Emigration. In den beiden Jahren 1492 und 1513, verließen praktisch alle Sefarden, wie auch die und Spanien. Damit endete in Spanien (al-Andalus), das zumeist friedvolle und tolerante Zusammenleben (pluralismo y convivencia), der drei großen monotheistischen Religionen.

Das Eingangsfoto zeigt einen Hauseingang in der jüdisch, arabischen, christlichen Altstadt in Cordoba.



Nach der Vertreibung aus Spanien

Nach der Vertreibung aus Spanien ließen sich die meisten Sefarden in der Türkei, in Griechenland und in Nordafrika nieder. Dort vermischte sich dann das Spanische mit anderen Sprachen und Dialekten. Es entstand das Ladino (Judenspanisch, span.: Judeo-Español). Die sefardische Musik ist typisch für die Arabisch-andalusische Musik, die sich von Andalusien in ganz Nordafrika verbreitete. Erst 500 Jahre nach ihrer Vertreibung beendete das spanische Parlament durch ein Gesetz die (religiöse, ethnische) Diaspora. Den Nachkommen der Ausgewiesenen, denen durch das 'Alhambra-Edikt' das Betreten des Landes verboten worden war, wurde nun die spanische Staatsbürgerschaft (Wiedereinbürgerung) gewährt. Damit endete eine der größten und längsten Vertreibungen die das Mittelalter erlebte.

al-Andalus
al-Andalus ist der arabische Name für die von den Muslimen zwischen 711 und 1492 eroberten Gebiete der Iberischen Halbinsel.

Alltag und Judentum in Spanien

Die Mehrheit der in Spanien lebenden Juden ist derart selbstverständlich in die Gesellschaft integriert, dass sie für den Außenstehenden oft nicht als jüdisch wahrgenommen werden.

Hier finden Sie weitere Artikel rund um das jüdische Leben in Spanien.

FCJE: Federación Comunidades Judías España
www.fcje.org

Comunidad Judía de Madrid
www.cjmadrid.org

Privat- und Individualreisen

In eigener Sache
Architektur, Geschichte, Kultur und Kunst



Jüdisches, Leben, iberisch, jüdische, Sepharden, Sefarden, Spanien, Geschichte, 711, 1492, Sprache, Musik, Diaspora, al-Andalus, friedvoll, Muslimen, Christen, Juden, monotheistischen, Religionen, Religion

Mehr zum Thema:



Nach oben

Autor / Publikation

Veröffentlicht:
Aktualisiert:

Schließen