Die drei Karlistenkriege Geschichte Spanien

Ferdinands VII. Tod ließ seine Nachfolge ungeklärt. Die Folge waren 3 Bürgerkriege, die Karlistenkriege, die die Geschichte Spaniens (1833–1840, 1847–1849 und 1872–1876) erlebte

Madrider Schloss
Madrider Schloss.
© Hans Diego Rose

Die drei Karlistenkriege

Ferdinands VII. Tod ließ seine Nachfolge ungeklärt. Die Folge waren drei Bürgerkriege, die als Karlistenkriege in die Geschichte Spaniens gingen.

Bei den Carlisten handelte es sich um die Anhänger des Bruders Karl (Karlisten). Diese kämpften für Gott (Dios), Vaterland (Patria) und König (Rey). Also für die katholische Religion, für ein katholisches Vaterland, gegen die Freiheit im Liberalismus des 18. Jahrhunderts (Liberalismo) und gegen die Freimaurerei (Masonería).

Bei den Cristinos handelte es sich um die Anhänger der Königswitwe und Regentin María Cristina de Borbón und ihrer dreijährigen Tochter Isabella. Die Cristinos kämpften für eine liberale, konstitutionelle Monarchie in einem zentralistischen Spanien.

Bemerkenswert war, dass in Spanien, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, eine liberale Regierung durch reaktionäre Kräfte angegriffen wurde. In anderen europäischen Ländern war es umgekehrt. Hier mussten liberale Ideen gegen den Willen der Herrschenden erstritten werden.



(Un-) Sinn der Karlistenkriege

Oberflächlich gesehen handelte es sich um einen Erbfolgekrieg. Eigentlicher Kriegsgrund war jedoch die Frage, ob ein reaktionärer Absolutismus oder eine liberale konstitutionelle Monarchie an die Macht gelangen sollte. Am Ende waren die Cristinos bzw. die neu gegründete und rechts stehende oligarchische Partei der Moderados die Sieger. Zu einer der Hauptverlierer wurden die Basken, denen nach der Niederlage im Ersten und später im Dritten Carlistenkrieg, die fueros (lokale Rechte) genommen wurden.

Erster Carlistenkrieg (1833–1840) - Spanischer Bürgerkrieg zwischen Liberalismus und Absolutismus. Obwohl die Gegensätze auch nach den vielen Kriegsjahren weiter existierten, führte die Kriegsmüdigkeit zu einer Einstellung der militärischen Aktionen. Es kam zum 'abrazo de Vergara' ('Verbrüderung von Vergara'). Letztendlich herrschte nun Frieden. Doch existierte kein Einvernehmen über den Kurs den Spanien nehmen sollte.

Zweiter Carlistenkrieg (1847 bis 1849) - Der Krieg der Matiners (sp. - madrugadores, Frühaufsteher) war auf Katalonien beschränkt. Es handelte sich um Truppen der Partei der Karlisten, die den Friedensschluss im Ersten Karlistenkrieg (Primera Guerra Carlista) nicht akzeptiert hatten.

Dritte Carlistenkrieg (1872–1876) - Carlistische Erhebungen in Navarra und im Baskenland. Später auch in Katalonien. 1873 wurde die Erste Spanische Republik ausgerufen. 1876 Niederschlagung der Erhebungen in Spanien und Kapitulation der carlistischen Regimenter. Die liberale Zentralregierung in der Hauptstadt Madrid kann Spanien nun wieder als geeinten Staat regieren.

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