Kataloniens Unabhängigkeitsbestrebung Geschichte Spanien 2017

Bei der Frage nach den Unabhängigkeitsbewegungen in Spanien, steckt die Regierung unter Mariano Rajoy, in der politischen Sackgasse. Weder ist eine Abspaltung von Spanien, noch die brutale Polizeigewalt zu rechtfertigen

Kataloniens Unabhängigkeitsbestrebung
Kataloniens Unabhängigkeitsbestrebung.
© Hans Diego Rose

Kataloniens Unabhängigkeitsbestrebung

Bei der Frage nach den Unabhängigkeitsbewegungen in Spanien, steckt die Regierung unter Mariano Rajoy, in der politischen Sackgasse. Weder ist eine Abspaltung von Spanien, noch die brutale Polizeigewalt zu rechtfertigen. Allerdings ist das Referendum zur Loslösung von Spanien, da die spanische Verfassung dies für einzelne Regionen nicht erlaubt, per se rechtswidrig. Katalonien kann den Wunsch nach Unabhängigkeit auch nicht durch die Geschichte rechtfertigen. Katalonien war seit dem Beginn der christlichen Reconquista als Fürstentum in die Königreiche integriert aus denen Spanien hervorgehen sollte. Für die Zukunft muss das zwar so nicht bleiben. Das Referendum einer kleinen Gruppe Spanier (separatistischer Katalanen) ist jedoch illegal. In einer Demokratie entscheidet das gesamte Volk und nicht eine Region, eine Stadt, ein Dorf oder eine ethnisch sprachliche Gruppe. Die Geschichte zeigt: Separatismus und Nationalismus sind keine Lösungen. Europa entstand aus diesen Erfahrungen. Die Separatisten klammern dieses Wissen egozentrisch aus. Derweil trägt die katalanische Propaganda ihre vergifteten Früchte. Wer in Katalonien sich gegen die Autonomie ausspricht wird, heute wie um 1980, von den Separatisten als Faschist bezeichnet. Die Situation ist schon seit langer Zeit, spätestens mit der Aufhebung des Autonomiestatuts von 2006, verbal eskaliert und festgefahren.



Mythos und Realität

Die Karte Kataloniens im Eingangsfoto zeigt nicht nur die Autonome Region Kataloniens sondern auch die Autonomen Regionen Valencia und die Balearen. Das ist geschichtlicher Unfug. Katalonien, Valencia und Mallorca waren in einer Art Föderation der Krone von Aragonien angeschlossen. Dazu gehörten auch Sizilien, Neapel und Sardinien. Gebiete, die in Katalonien jetzt gerne als eine Art von katalanischen 'Königreich' bzw. als historisches Kernland zusammengefasst werden. Mehr unter:

Persönliche Meinung und mögliche Lösung

Die Unterdrückung der Sprache und Kultur Kataloniens unter der Franco-Diktatur kann nicht als Grund zur Trennung von Spanien angeführt werden. In der aktuellen Demokratie wird weder die Sprache noch die Kultur Kataloniens unterdrückt. Im Gegenteil, wird Spanisch in den katalanischen Schulen mit etwa 3 Stunden wöchentlich, als Fremdsprache gelehrt. Die Regierung wird, möchte sie als Staat ihre Souveränität bewahren, dagegen steuern. Die Katalanen sind dabei ihren Autonomiestatus zu verlieren. Mit Gewalt auf beiden Seiten ist zu rechnen. Verlierer werden die Menschen in Katalonien und das Land Spanien sein. Es wäre nun an der Zeit miteinander zu reden. Eine Möglichkeit für eine Lösung wäre ein Föderalstaat. Zum Beispiel mit der Einrichtung eines Bundesrates mit einer Länderkammer, in einem spanischen Bundesstaat, um die verschiedenen Autonomen Regierungen an den Gesetzgebungsverfahren der Regierung in Madrid beteiligen zu lassen. Wie wäre es also mit einer Diskussion zu einer Verfassungsreform?

Reisewarnung für Katalonien
Nein für eine Reisewarnung besteht derzeit kein Grund. Allerdings sollte Katalonien und Barcelona derzeit mit Vorsicht bereist werden. Sollte der spanisch-katalanischer Politiker Carles Puigdemont die Unabhängigkeit einseitig ausrufen, wird die Situation eskalieren. Die Entwicklung könnte einen Bürgerkrieg zur Folge haben.

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