Fotokurs auf Teneriffa Milchstraße fotografieren

Fotokurs auf dem Teide: Milchstraße und Sterne in beeindruckenden Nachtaufnahmen

Die Milchstraße am Teide fotografiert
Die Milchstraße am Teide fotografiert.

Teneriffa – Milchstraßenfotografie

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Empfehlungen; keine bezahlte Kooperation.


Teneriffa gehört neben Hawaii und der Atacama-Wüste zu den weltweit anerkannten Orten für Milchstraßenfotografie. Kaum Lichtverschmutzung, viele klare Nächte, der 3.715 m hohe Teide und die abgeschiedene Lage im Atlantik schaffen seltene Bedingungen in Europa. Gleichzeitig ist die Insel gut erreichbar: Von Deutschland aus dauert der Flug rund vier bis fünf Stunden.

Zwischen Juni und August zeigt sich das galaktische Zentrum der Milchstraße über viele Stunden hinweg und erreicht große Höhen über dem Horizont – ideale Voraussetzungen für fotografische Arbeiten. In den Monaten Oktober bis etwa Ende März bleibt das Zentrum hingegen unterhalb des Horizonts, sodass vorwiegend Randbereiche der Milchstraße sichtbar sind.

Im Mai 2025 reiste ich erneut nach Teneriffa. Die Insel hat starke Wetterunterschiede: Die Hochlagen am Teide sind oft sonnig, während an der Nordküste häufig dicke Passatwolken und leichter Regen liegen. Diese Wolkendecke nennen Einheimische „panza de burro“. Oberhalb dieser Wolken ist die Luft meist klar und trocken, mit weiter Sicht. Dieser ständige Wechsel macht die Insel für Fotografen besonders interessant.

Geografisch vor der Westküste Afrikas gelegen, bündelt Teneriffa auf engem Raum unterschiedliche Landschaftstypen: trockene, teils wüstenartige Küstenabschnitte im Süden, die Lorbeerwälder der Anaga- und Teno-Gebirge sowie ausgedehnte Lavafelder oberhalb der Baumgrenze. Über allem erhebt sich der Pico del Teide – und mit ihm einer der eindrucksvollsten Nachthimmel Europas, wenn sich die Milchstraße über die Caldera spannt.



Atlantik, Vulkan und Sternenhimmel

Teneriffa ist ideal für alle, die die Milchstraße fotografieren möchten. Der atemberaubende Sternenhimmel ist auch der Grund, warum ich regelmäßig Einzelpersonen auf den Pico del Teide begleite. In Médano deckten wir uns für jeden Gipfeltag mit etwa zwei Litern Wasser ein. Anschließend fuhren wir mit dem Mietwagen hinauf zum Pico del Teide (ca. eine Stunde) – und erlebten eine kleine Enttäuschung: Anders als gewohnt war die Luft nicht klar, sondern durch den Calima (Sandwind aus Afrika) leicht bewölkt. Am Abend zogen zudem einige hohe Wolken auf.

In den folgenden Nächten kühlte es merklich ab, doch der Himmel klarte vollständig auf, und die Aufnahmen wurden ein großer Erfolg.

Eine kurze Beschreibung:

Ab etwa 22 Uhr wurde es nach einem schnellen Sonnenuntergang dunkel. Die ersten Aufnahmen gegen 23 Uhr zeigten noch ein warmes, gelbes Glühen über dem Horizont. Wir genossen einfach die Nacht auf dem Vulkan. Schließlich, um 2 Uhr nachts, war das Firmament vollkommen dunkel, und die Sterne der Milchstraße präsentierten sich in voller Pracht.

Es gibt mehrere Gründe, warum sich der späte Zeitpunkt besonders lohnt: Zum einen herrscht absolute Dunkelheit, zum anderen sind die meisten Fotografen und Besucher bereits verschwunden. Laserpointer oder Taschenlampen stören dann nicht, ebenso wenig wie die Scheinwerfer ankommender oder abfahrender Fahrzeuge.

Blick auf die Sternwarte am Pico del Teide, Teneriffa
Blick auf die Sternwarte am Pico del Teide, Teneriffa.

Equipment für die Milchstraßenfotografie

Für die Milchstraßenfotografie sind eine gute Kamera (APS-C, Vollformat oder Mittelformat) und ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv unverzichtbar. Ergänzend gehören ein stabiles Stativ, eine Stirnlampe mit Rotlicht, warme Kleidung und trittsichere Wanderschuhe zur Ausrüstung. Für die schnelle Nachbearbeitung der Fotos ist ein Laptop hilfreich. Auf meiner eigenen Reise, die ich nur mit Handgepäck unternahm, nutzte ich ein kleines Mini-Stativ – und kam damit überraschend gut zurecht.

Blick zum Pico del Teide, Teneriffa
Blick zum Pico del Teide, Teneriffa.

Astronomieprogramm & Observatorium

Für die Planung nutze ich Stellarium. Standort, Datum und Uhrzeit eingeben und so genau sehen, wo und wann die Milchstraße am Himmel steht. In der Nähe liegt das Observatorio del Teide auf etwa 2.400 m in Izaña. Eine wichtige Forschungsstation für Sonnen- und Astrophysik.

Fazit: Sterne und Milchstraße fotografieren

Anreise & Mobilität: Direktflüge nach Teneriffa-Süd (TFS) dauern ab Mitteleuropa etwa vier bis fünf Stunden. Für flexible Bewegungen in den Hochlagen empfiehlt sich ein Mietfahrzeug.

Standort & Dauer: Ausgangspunkt ist häufig der Parador de Cañadas del Teide – zentral im Nationalpark gelegen. Für belastbare fotografische Ergebnisse haben sich Aufenthalte von zwei bis drei Nächten bewährt, um Wetterfenster, Aufnahme und Nachbearbeitung sinnvoll zu verbinden.

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